Telearbeit in Forschung und Entwicklung
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Abstract
Die tatsächliche Verbreitung der Telearbeit in Deutschland liegt immer noch hinter den Erwartungen zurück. Als Hauptgründe werden Widerstände insbesondere im mittleren Management angegeben. Im Rahmen eines Projekts zur alternierenden Telearbeit im Forschungs- und Entwicklungsbereich bei der Siemens AG, Halbleiter, wurden die Erfahrungen und Einstellungen von Führungskräften und Telearbeitern zu Telearbeit und Telemanagement evaluiert. Untersucht wurde, welche Anreize (Nutzenzuwachs) und welche Beiträge (Beeinträchtigungen des individuellen Nutzens) die Beteiligten mit Einführung der Telearbeit zusätzlich erhalten bzw. zu leisten haben. Führungskräfte und Telearbeiter wurden zunächst nach ihren individuellen Bedürfnissen und Präferenzen gefragt und die Auswirkungen der Telearbeit auf die Erfüllung dieser Zielvorstellungen ermittelt. Das individuelle Führungsverhältnis zwischen der Führungskraft als Auftraggeber und dem Telearbeiter als Auftragnehmer wurde dann im Hinblick auf sich neu ergebende Führungsprobleme analysiert. Die Beteiligten wurden nach Veränderungen im Führungsverhältnis, speziell im Bereich der Kontroll-, Steuerungs- und Informationsaktivitäten befragt. Die Untersuchung zeigt, dass Telearbeit einerseits einen grossen Anreiz für Telearbeiter darstellt, andererseits für Führungskräfte derzeit noch kaum einen erkennbaren, indivduellen Nutzen und Anreiz entfaltet. Zur Umsetzung der Telearbeit wird daher eine Modifikation der betrieblichen Anreizsysteme für Führungskräfte erforderlich. (BIBB)