Berufsausbildung in Krisenzeiten nachhaltig unter Druck : was bedeutet die Corona-Krise für die Berufsbildung

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Forschungsinstitut für Bildungs- und Sozialökonomie

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Berlin

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Abstract

Nach einer Analyse des Forschungsinstituts für Bildungs- und Sozialökonomie (FiBS), die verschiedene Szenarien für die zukünftige Entwicklung des Berufsbildungssystems in Deutschland unter Rückgriff auf die Entwicklungen nach der Wirtschafts- und Finanzkrise vor zehn Jahren aufbereitet, könnte die Zahl der Ausbildungsverträge im dualen System in den kommenden Jahren auf bis zu 435.000 im Jahr 2027 absinken. Das wären 90.000 oder 16 Prozent weniger als im vergangenen Jahr. 2020 ist mit rund 475.000 Verträgen zu rechnen. Dieser Rückgang führt zu einem Anstieg der Einmündungen in das Übergangssystem. Der sich für das laufende Jahr abzeichnende Rückgang um rund acht Prozent entspricht dabei dem Rückgang im Jahr 2009 gegenüber dem Vorjahr. "Der Blick in die Entwicklungen seit der Wirtschafts- und Finanzkrise ist auch deshalb wichtig, weil er zeigt, dass sich die Zahl der Ausbildungsverträge nicht nur einmalig, sondern nachhaltig verringert hat. Wurden im Jahr 2008 noch über 607.000 Ausbildungsverträge neu unterschrieben, waren es in den Folgejahren zunächst jeweils rund 560.000. Ab 2012 kam es jedoch zu einem weiteren Absinken auf bis zu 504.000 im Jahr 2016; erst anschließend zeigt sich ein stärkerer Wiederanstieg. Ursächlich für diesen Rückgang ist im Übrigen nicht der angebliche Akademisierungswahn, sondern ein Absinken des Ausbildungsplatzangebots von Seiten der Unternehmen. Allein zwischen 2007 und 2009 sank die Zahl der angebotenen Ausbildungsplätze um zehn Prozent von 644.000 auf 582.000. Junge Menschen mussten sich also verstärkt nach Alternativen zur dualen Ausbildung umsehen. Die vorgelegte Studie überträgt diese Entwicklung in ein Zukunftsszenario und kommt zu den beschriebenen Ergebnissen. In einem zweiten Szenario, das unterstellt, dass es zu einem stärkeren Rückgang bei den Ausbildungsverträgen in diesem Jahr kommt, könnte es sogar zu einem Rückgang auf bis zu 410.000 kommen. In beiden Szenarien kommt es in den nächsten Jahren mit einem deutlichen Anstieg der Einmündungen in das Übergangssystem auf bis zu 410.000 oder gar 455.000 im Jahr 2027. Dieses "Horrorszenario" könnte dann abgewendet werden, wenn es gelingt, das schulische Ausbildungssystem auszubauen - derzeit deuten die Szenarien nur ein langsames Wachstum an." (Textauszug; BIBB-Doku)

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