Fachkräftemangel in KMU : eine Analyse der Fachkräftesituation nach Betriebsgrößenklassen
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Abstract
„KMU sind für den Wirtschaftsstandort Deutschland entscheidend, da sie den Großteil der Betriebe ausmachen und der Arbeitgeber für rund zwei Drittel aller sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten sind. 71,7 Prozent der Fachkräftelücke entfällt auf kleine und mittlere Unternehmen. Somit ist der Fachkräftemangel mit über 281.000 fehlenden Fachkräften in KMU besonders groß. In vielen medizinischen, pflegenden und baurelevanten Berufen treffen die Engpässe KMU besonders stark. Hinzu kommt, dass der Wettbewerb mit Großunternehmen um qualifiziertes Personal in der Kinderbetreuung, der Sozialarbeit und der Bauplanung sehr ausgeprägt ist. […] Diese Berufe gehören sowohl in KMU als auch in Großunternehmen zu den Top-Engpassberufen, sodass der Wettbewerb um Fachkräfte besonders ausgeprägt ist. Zu diesen Engpassberufen zählen vor allem: Kinderbetreuung und -erziehung (Spezialistenniveau mit Aus- bzw. Weiterbildung), Sozialarbeit und -pädagogik (Expertenniveau mit Masterabschluss bzw. Diplom) sowie Bauplanung und -überwachung (Expertenniveau mit Masterabschluss bzw. Diplom). […] Um dem Fachkräftemangel zu begegnen, sollten KMU ihre Arbeitgeberattraktivität durch Employer Branding gezielt stärken. Neben einer starken Arbeitgebermarke ist die duale Berufsausbildung im Betrieb eine zentrale Säule der Nachwuchssicherung. Daher sollten KMU zielgruppenspezifisches Ausbildungsmarketing betreiben und Fördermaßnahmen zur Unterstützung von Auszubildenden nutzen. Da viele der Beschäftigten in KMU in Helfertätigkeiten arbeiten, kann es sich darüber hinaus lohnen zu prüfen, inwiefern diese zu Fachkräften nachqualifiziert werden können und welche weiteren Potenziale für Quereinstiege bestehen.“ (Textauszug; BIBB-Doku)