Benachteiligtenförderung in Europa : zwischen Arbeitstraining und beruflicher Bildung
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Abstract
Die Programme zur Benachteiligtenförderung unterscheiden sich in den einzelnen EU-Staaten stark und resultieren aus den jeweiligen historischen und kulturellen Besonderheiten der gewachsenen nationalen Berufsbildungssysteme. Es lassen sich drei Intentionsrichtungen von Benachteiligtenförderung unterscheiden: Programme, die den Mainstream schulischer Berufsausbildung verbreitern und alternative Lern- und Arbeitsoptionen bereithalten, Programme zur Kompensation struktureller Defizite und fehlender Ausbildungsangebote, Workfare-Programme, die vor allem auf die Erwerbstätigkeit gerichtet sind, Verlängerung der Schulzeit, ggf. in Verbindung mit Praktika. Zusammenfassend hält die Autorin fest, dass eine erfolgreiche Eingliederung in Ausbildung und Arbeitsmarkt nicht nach einem einheitlichen europäischen Muster erfolgen könne, sondern immer auf den nationalen Kontext oder auf die regionalen Besonderheiten einer Arbeits- und Ausbildungsmarktes ausgerichtet sein sollte. Die nun auch in Deutschland verstärkte Ausrichtung der Benachteiligtenförderung auf "Employability" im Kontext der Lissabon-Strategie sei mit größter Skepsis zu beurteilen. (BIBB2)