Forschung zwischen Bildung und Beruf : Diskussionsthesen zur DFG- Denkschrift Berufsbildungsforschung an den Hochschulen der Bundesrepublik Deutschland
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108590
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Abstract
Die Autoren dieser Thesen haben die 1990 veröffentlichte Denkschrift in erster Instanz als einen wissenschaftspolitischen Text verstanden, der ausreichend Anlass zur Reflexion über die Innovation der Berufsbidlungsforschung gibt. Die Thesen enthalten sowohl eindeutige Kritikpunkte als auch andere Akzentuierungen, als die Autoren der Denkschrift sie vorgenommen haben. Auch werden in den einzelnen Thesen vergleichende Hinweise zur Situation der niederländischen oder internationalen Berufsbildung(sforschung) gegeben. Einer der zentralen Kritikpunkte ist, dass in der Denkschrift Desiderate der künftigen Berufsbildungsforschung aus den zentralen Begriffselementen "Beruf" und "Bildung" abgeleitet werden. Eine der Konsequenzen dieses Ausgangspunktes ist, dass berufliche Lernprozesse als Bildungsprozesse untersucht werden sollen. Berufsbildungsforschung wird demnach vor allem zu Forschung über berufsbezogene Entwicklungsprozesse oder, anders formuliert, zu "uneingeschränkter" (Lehr-)Lern-Forschung. Diese starke Betonung auf Lernprozesse geht einher mit einem relativ geringen Interesse für die Veränderungen in den künftig erforderlichen Qualifikationen. Die quantitativen und qualitativen Veränderungen in der Ausbildungsnachfrage stehen somit nicht im Mittelpunkt künftig erwünschter Forschungsprogramme bzw. -projekte. (IAB2)