Wirkungen technologischer und sozio-ökologischer Einflüsse auf die Tätigkeitsanforderungen bis zum Jahr 2010 : Endbericht für das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesanstalt für Arbeit, Nürnberg
item.page.bibb.id
96178
Loading...
Date
Journal Title
Journal ISSN
Volume Title
Publisher
item.page.bibb.publisherplace
Basel
item.page.bibb.participation
item.page.bibb.citedinbibb
item.page.bibb.researchfocus
item.page.bibb.reviewof
item.page.bibb.citationdr
Abstract
"Im Auftrag der Bundesanstalt für Arbeit hat die Prognos AG in enger Zusammenarbeit mit dem IAB Alternativprojektionen des Arbeitskräftebedarfs nach Umfang, Tätigkeiten und Qualifikationsebenen erstellt. Die Ergebnisse einer ersten Untersuchung 'Die Zukunft der Arbeitslandschaft (Zeithorizont 2000)' wurden 1985/1986, die einer zweiten Untersuchung 'Arbeitslandschaft bis 2010' im Jahr 1989 vorgelegt. Da das 'Wissen' um die Zukunft mit zunehmendem Prognosehorizont abnimmt, wächst potentiell die Wahrscheinlichkeit, dass die Entwicklungsdynamik sozio- ökonomischer und technischer Prozesse unter- oder überschätzt wird. Projektionen bedürfen also in gewissen Zeitabständen immer wieder einer Überprüfung und Aktualisierung. Dieses gilt umso mehr, da seit dem Abschluss der Untersuchung (1989) Umbrüche in den Politischen Rahmenbedingungen stattfinden. Sich u.a. als Folge stark verschärfter europäischer bzw. weltweiter Wettbewerbsbedingungen der Druck auf die Dynamik technologischer und organisatorischer Innovationen enorm erhöht hat. Vor diesem Hintergrund hat das IAB die Prognos beauftragt, die Projektionsergebnisse der zweiten Untersuchung 'Arbeitslandschaft bis 2010' zu überprüfen und soweit erforderlich zu aktualisieren. In einem ersten Schritt erfolgt die eher qualitative Beschreibung der Einflüsse technologischer und sozio- ökonomischer Art. D.h. die bedeutsamen Faktoren (im Technologiebereich die Einzeltechniken) werden identifiziert, strukturiert und gebündelt. Für die Strukturierung und Bündelung wird das Kriterium der Wirksamkeit auf Tätigkeitsanforderungen in den Vordergrund gestellt. Weiterhin wird der zukünftige Implementationspfad (Diffusionsgeschwindigkeit) festgelegt. In einem zweiten Schritt findet dann die Bewertung von Auswirkungen der technologischen und sozio-ökonomischen Einflussfaktoren auf die Tätigkeitsstruktur statt. Als erstes grundlegendes Fazit auch aus der aktualisierten Folgeabschätzung lässt sich ziehen, dass die durch technologische und sozio-ökonomische Einflüsse bedingte relative Verschiebung innerhalb der Tätigkeitsstruktur von den unqualifizierten zu den qualifizierten Tätigkeiten ungebrochen ist. Diese Entwicklung vollzieht sich für die produktionsorientierten Tätigkeiten, den Tätigkeitsbereich der Büroarbeiten wie auch in Teilbereichen der 'Allgemeinen Dienstleistungen' (Lager- und Transporttätigkeiten, Reinigung und Bewirtung). Sie dürfte nach heutigem Ermessen eher ausgeprägter ablaufen, als noch Ende der 80er Jahre (Folgeabschätzung von 1989) angenommen. Auch die Strukturumschichtung von Produktions- zu Dienstleistungstätigkeiten bleibt sehr ausgeprägt. Dazu trägt einmal die Sektoralverschiebung bei. Die Bundesrepublik Deutschland (hier die alten Bundesländer) wird zwar auch zukünftig Industriestandort bleiben. Bei insgesamt leicht steigender Beschäftigtenzahl wird sich allerdings die seit Anfang der 90er Jahre zu beobachtende Umschichtung der Arbeitsplatzsstrukturen vom Sekundär- in den Tertiärsektor auch mittel- und längerfristig fortsetzen. Der hier betrachtete Tätigkeitsstruktureffekt verstärkt die Entwicklung einer Verschiebung von Produktions- zu Dienstleistungstätigkeiten noch. Produktionstätigkeiten werden durch technologische und sozio-ökonomische Einflussfaktoren überwiegend reduziert, wobei in der Regel alle Qualifikationsebenen betroffen sind. Die Intensität des Verlagerungsprozesses von Produktions- zu Dienstleistungstätigkeiten dürfte schon in den vergangenen Jahren wie auch mittel- und längerfristig eher stärker ausfallen als in der früheren Schätzung (1989) noch angenommen." (Autorenreferat, IAB-Doku)