Wissensgesellschaft, Lebenslanges Lernen und Individualisierung von Weiterbildung : Erfahrungen aus einem französischen Unternehmen
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Abstract
Vor dem Hintergrund der Entwicklungen der französischen Weiterbildungspolitik wird das betriebliche Weiterbildungssystem eines staatlichen Grossunternehmens am Beispiel der Reviergesellschaft Houilleres du Bassin de Lorraine (HBL) des staatlichen Kohlenkonzerns Charbonnages de France (CdF) vorgestellt. Das Unternehmen hat sich die Verknüpfung von betrieblicher, beruflicher und allgemeiner Bildung zum Ziel gesetzt und ist darauf gerichtet, die Beschäftigten sowohl im Hinblick auf die unternehmensinternen Qualifikationsanforderungen wie auch für ein zukünftiges (Arbeits-)Leben ausserhalb des Betriebes zu qualifizieren. Die unternehmensinterne Weiterbildung hat sich stetig individualisiert und ist in hohem Masse auf die Förderung individueller Kompetenzen und Qualifikationen hin ausgerichtet. Die Diskussion dieses Beispiels tangiert Fragen, die seit Beginn der 90er Jahre in der deutschen Weiterbildungsdiskussion aktuell sind: Soll die betriebliche Weiterbildung vornehmlich bedarfsorientiert erfolgen oder soll sie Teil eines individuellen Rechts der Arbeitnehmer auf Weiterbildung sein? Welche Finanzierungsmodelle wären demnach denkbar? - Wie können Flexibilität und Bedarfsorientierung des gesamten Weiterbildungssystems optimiert werden? Welche Rolle könnte dabei eine Entgrenzung und Verknüpfung der verschiedenen Teilbereiche - betriebliche, berufliche und allgemeine Weiterbildung - spielen? - Wie könnte der Beitrag der verschiedenen Bildungsakteure in der Steuerung eines auf Entgrenzung der Teilbereiche beruhenden, integrativen Weiterbildungsmodells aussehen? - Wie können interessante Konzepte, Methoden oder Ansätze aus der europäischen Praxis auf dem Hintergrund des deutschen Systems transferiert werden? Das französische Mischkonzept staatlicher Regulierung und betrieblicher Weiterbildungspolitik bietet dazu ein reiches Material an überlegenswerten Befunden. (BIBB2)