Teilzertifizierung von Qualifikationen als Chance für benachteiligte Jugendliche : die teilqualifizierende Berufsfachschule in Rheinland-Pfalz
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134023
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Abstract
Die Schulformen des Übergangssystems in den einzelnen Bundesländern sind zum Teil sehr unterschiedlich ausgestaltet. Unter den verschiedenen Modellen stellt das im Beitrag vorgestellte schulische Übergangssystem in Rheinland-Pfalz einen Sonderweg dar, das Reformpotenzial für die Gestaltung des Übergangssystems birgt. Mit der grundlegenden Reform der rheinland-pfälzischen BF 2004 wurden sowohl die Abgangsselektion als auch die institutionelle Abschottung von anderen Teilsystemen abgemildert. Es wurde ein konsekutives Berufsfachschulmodell mit individuellen Ein-, Aus- und Übergangsmöglichkeiten geschaffen. Gleichzeitig blieb die für zweijährige Berufsfachschulen typische Organisationsstruktur von beruflicher Grundbildung und Allgemeinbildung erhalten. Das BFI vermittelt, basierend auf dem Hauptschulabschluss, eine berufsfeldbreite berufliche Grundbildung, die mit einem Abschlusszeugnis ausgewiesen wird. Seit 2006 sind die berufsübergreifenden Inhalte aller beruflichen Schulen in Rheinland-Pfalz ab dem Hauptschulniveau bis zur Hochschulreife vollständig modularisiert und in sogenannte Lernbausteine übersetzt, die den Jugendlichen nach erfolgreichem Abschluss einzeln zertifiziert werden. Ein wesentlicher Vorzug der Lernbausteine entsteht dadurch, dass den Jugendlichen je nach Schulform unterschiedliche Stundenkontingente für die Module zur Verfügung stehen und somit Jugendlichen mit formal niedriger Allgemeinbildung neue Chancen eröffnen. Andererseits könnten über ein solches Modell Ausbildungsinhalte vermittelt werden, die kleine Ausbildungsbetriebe selbst nicht abdecken können. (BIBB-Doku)