Dilemmata der beruflichen Orientierung
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Abstract
"Die entgrenzte Arbeitsgesellschaft produziert einen erhöhten Bedarf an beruflicher Orientierung, erschwert aber zugleich Orientierungsprozesse. Hieran anknüpfend werden drei Dilemmata beschrieben, mit denen Berufsorientierung umgehen muss: Das Desintegrationsdilemma: Die heutige Arbeitswelt (d.h. der Orientierungshorizont) ist längst nicht nur Rahmen gesellschftlicher Integration, sondern wirkt auch sozial destabilisierend, verunsichernd, ausgrenzend. Das Institutionalisierungsdilemma: Berufliche Orientierung wird immer mehr zu einem professionellen Thema und wird überwiegend an Institutionen angesiedelt und mit einem institutionellen Zugang zum Thema betrieben, aber die Orientierungsprozesse als solche sind 'lebensweit' verortet; das soziale Umfeld spielt hier mindestens eine ebenso große Rolle. Das Strukturdilemma: Sinnvollerweise sind viele Akteure an Berufsorientierung in einer Region beteiligt, aber sie agieren nur bedingt abgestimmt und vor allem aus ihren eigenen, z.T. widersprüchlichen institutionellen Kontexten heraus. Eine fachliche Ausrichtung an den Orientierungsprozessen der Jugendlichen vor dem Hintergrund ihrer eigenen lebensweltlichen Logik ist hier nicht systematisch im Fokus." (Autorenreferat, BIBB-Doku)