Bildung im Lebenszusammenhang - doing gender
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Abstract
Muster der Bildungsbeteiligung im Lebenszusammenhang stehen seit mehr als 25 Jahren im Zentrum des Untersuchungsinteresses an der Universität Hamburg. Untersucht wird die Wechselwirkung von biografischer Eigenleistung (Individualisierung) und struktureller Steuerung (Institutionalisierung) des Bildungs- und Lebensverlaufs im Rahmen des gesellschaftlichen Modernisierungsprozesses. Was sind die Strukturgeber der Bildungsbiografien? Gibt es geschlechtsspezifische Muster der Bildungsbeteiligung?. Der für die Argumentationen zentrale Schlüsselbegriff "doing gender" besagt, dass Lebensläufe infolge des biologischen Geschlechts so sozial konstruiert werden (gender), dass in aller Regel kaum eine Alternative zu "typisch männlich" oder "typisch weiblich" bleibt. Hat dieses soziale Geschlecht auch Konsequenzen für den Bildungsverlauf? Seit 1980 werden die Bildungswege ehemaliger SchülerInnen aus Hamburger Haupt- und Realschulen und Gymnasien begleitet und in einer Längsschnittstudie alle eineinhalb Jahre Daten und Befunde zur Bildung und Weiterbildung im Kontext von beruflicher Qualifizierung, Erwerbsarbeit und Familienbildung ermittelt. Die Ergebnisse der Analyse verweisen zum einen darauf, dass die Institutionen der Weiterbildung eine Integration der Geschlechterperspektiven und eine stärkere Etablierung des biografischen Zugangs ermöglichen sollten. Sie sind zum anderen eine Aufforderung zu einer nachhaltigen Frauenförderung für die bessere Vereinbarkeit von Erwerbs- und Familienarbeit. (BIBB2)