Erziehung im Informationszeitalter
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Abstract
Der Verfasser bezeichnet seinen Beitrag als pädagogische Anmerkungen zu einer Rede von Bundespräsident Herzog Anfang Juni 1998 in Paderborn, in welcher Bildung, Bildungsgesellschaft und Wissensexplosion behandelt wurden. Im Mittelpunkt stand die Bedeutung der Herausbildung von Urteils- und Entscheidungsfähigkeit bei jungen Menschen. Die Forderung nach Erziehung zum selbständigen Denken und eigenverantwortlichen Handeln anstelle der Reproduktion von Fakten und unreflektiertem Verhalten entspricht aktuellen Studien. Darin kam man zu dem Ergebnis, dass Selbständigkeit und Eigeninitiative in der Ausbildung einen höheren Erwartungsrang seitens der Betriebe einnehmen als beispielsweise Deutschkenntnisse und Rechenfertigkeit. Die Schule muss sich auf das konzentrieren, was nur die Schule bieten kann: einen methodisch strukturierten Weg zur Bildung einschliesslich der selbständigen Aneignung von Wissen, das in eigener Erkenntnisaktivität entsteht. Doch erst in der Verknüpfung des Wissenserwerbs mit einem persönlich zu begründenden Werturteil gewinnt der Unterricht eine erzieherische Bedeutung. Diese Erziehungsaufgabe ist in der Schule weder durch PC noch Internet einzulösen. Werterziehung erfordert vielmehr einen personalen Dialog zwischen Lehrenden und Lernenden, zwischen Erziehern und Zöglingen, zwischen Eltern und Kindern, in dem es um Wertauseinandersetzung und Wertbegründung geht. Angemahnt wird allerdings auch ein reflektierter Umgang mit den Informationstechnologien. Darin ist die eigentliche erzieherische Aufgabe in der Informationsgesellschaft zu sehen. (BIBB2)