Der Faktor Humankapital in der Volkswirtschaft : berufliche Spezialisierung und technologische Leistungsfähigkeit

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Baden-Baden

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Abstract

Bildung und Fortschritt ergänzen sich im hohen Masse und bilden die Grundbausteine von Prosperität und Wettbewerbsfähigkeit im Zeitalter der Automatisierung. Die Publikation dokumentiert die wichtigsten Ergebnisse zweier Gutachten, die am Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie 1997 und 1998 entstanden sind. Die Themen der im Rahmen der erweiterten Berichterstattung zur technologischen Leistungsfähigkeit Deutschlands erstellten Gutachten lauteten: "Innovation, Qualifikation und Beschäftigung" und "Einsatz von Humankapital in den neunziger Jahren : Analyse mit dem Mikrozensus". Die asymmetrische Entwicklung von Bildung und Fortschritt erschwert bildungspolitisches Handeln. Die zeitliche Verzögerung der Wirkung bildungspolitischen Handelns erfordert deshalb eine richtige Gewichtung von allgemeiner und beruflicher Bildung sowie verlässlicher Analysen der Zusammenhänge zwischen Bildung, Arbeitsmarkt und Innovation. Die Autoren greifen eine Reihe wichtiger Indikatoren für den Bestand und die Entwicklung des Faktors Humankapital auf, um so die für die technologische und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit wichtigen beruflichen Qualifikationen, akademischen Fachrichtungen und ihre Änderung im Zeitablauf ebenso wie ihren Einsatz in verschiedenen Abteilungen der Unternehmen und der beruflichen Selbständigkeit zu erfassen. Einer zusammenfassenden Darstellung folgt im zweiten Kapitel eine Einführung in die Humankapital- und Wachstumstheorie. Im dritten Kapitel wird die berufliche Qualifikationsstruktur der Erwerbstätigen und Erwerbslosen analysiert. Dem schliesst sich eine Untersuchung zur unterwertigen Beschäftigung von Hochschulabsolventen und der Verwertbarkeit der Berufsqualifikation im technischen Wandel im vierten Kapitel an. Im fünften Kapitel wird auf Ursachen näher eingegangen, die zu Qualifikationsstrukturverschiebungen geführt haben. Grundlage für die Analyse sind Daten der Bundesanstalt für Arbeit und die Mannheimer Unternehmensdatei. In den beiden nachfolgenden Kapiteln werden zum einen die Qualifikationsstruktur der Erwerbstätigen in den Forschungs-, Entwicklungs- und Konstruktionsabteilungen nach Fachrichtungen analysiert sowie ein Überblick über den Einsatz und den Verdienst von Ingenieuren und Naturwissenschaftlern gegeben. Auf den Stand und die Bestimmungsgründe für die berufliche Weiterbildung gehen die Autoren im achten Kapitel ein. Hier wird besonders die Rolle des Humankapitals und der betrieblichen Tätigkeit für die Partizipation an Weiterbildung analysiert. Das Thema der beruflichen Selbständigkeit wird im neunten Kapitel aufgegriffen. Das letzte Kapitel beschäftigt sich mit den Herausforderungen, vor denen eine rationale Bildungspolitik im technologischen und wirtschaftlichen Wandel steht. Bildung ist eine Investition, die sich individuell für die Unternehmen und gesamtwirtschaftlich lohnen muss. Im Sinne eines gesamtstaatlichen Bildungscontrollings fehlt es aber an aussagekräftigen Indikatoren, die volkswirtschaftlich Kosten und Nutzen der Bildung belegen. Angesichts des Wettbewerbs auf dem Arbeitsmarkt wäre es wünschenswert, die verschiedenen Bildungsbereiche so zu koordinieren, dass sich die Absolventen auf dem Arbeitsmarkt tendenziell eher ergänzten statt in einen verschärften Wettbewerb zueinander zu treten. (BIBB2)

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