Modellierung und Simulation im Wirtschaftsunterricht zur Förderung systemischen und prozessorientierten Denkens am Beispiel unternehmensübergreifender Kooperation in Wertschöpfungsketten
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Abstract
Ein wesentliches Charakteristikum der Unternehmenswirklichkeit ist Komplexität, die sich beispielsweise in Zielkonflikten, Nebenwirkungen, Vernetzungen und Dynamiken ausdrückt. In diesem Zusammenhang kommt der beruflichen Bildung die Aufgabe zu, bei den Schülern Handlungskompetenz im Kontext komplexer Rahmenbedingungen zu entwickeln. Der Lernfeldansatz verspricht ganzheitliche und prozessorientierte Denk- und Handlungsschemata zu fördern. Gleichwohl stellt sich auch hier die Frage, wie die Komplexität der Wirklichkeit im schulischen Umfeld derart anzupassen ist, dass Schülern die wesentlichen Strukturen und Zusammenhänge deutlich werden. Eine Antwort darauf gibt die in Wissenschaft und zunehmend auch in Schule verbreitete Methode Modellbildung. Lernfirmen stellen eine Modellvariante dar, die Schülern einen anschaulichen, aktiv handelnden Lernprozess ermöglicht und sie mit realitätsnahen und somit ganzheitlichen und motivierenden Problemen konfrontiert. Nachteilig wirkt sich die Nähe zum Arbeitshandeln hinsichtlich des Erkennens von größeren Zusammenhängen aus. Insofern bedarf es ergänzend einer distanzierteren Betrachtungsweise, die ein Einordnen, Strukturieren und Transferieren der Tätigkeiten ermöglicht. Dies lässt sich besonders gut erreichen mit logischen Bildern wie ereignisgesteuerten Prozessketten, Wertschöpfungskettendiagrammen, Wirkungsdiagrammen und der System-Dynamics-Notation. System-Dynamics ist eine computerbasierte Modelliermethodik, die vernetzte Systeme anschaulich darzustellen und deren dynamisches Verhalten aufzuzeigen vermag. (BIBB2)