Modelling reallocation processes in long-term labour market projections
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180832
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BIBB-Mitarbeiter
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Ausbildungsmarkt und Beschäftigungssystem
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Abstract
"Long-term labour market projections are a popular tool for assessing future skill needs and the possibility of skill shortages. It is often noted that reallocation processes in the German labour market are hindered due to its strong standardization and occupational segmentation. However, it is possible that persons leave the occupation for which they have been trained for. Disregarding such reallocations and their dynamics in the projection model is likely to distort the results and lead to inaccurate practical advice. In this article, we describe for the first time, how reallocations in the labour market can be modelled using occupational flexibility matrices and wage dynamics. Here, it is shown that employers react to labour scarcity by increasing wages to attract workers who to some extent can adjust their mobility behaviour accordingly. We analyse the aggregate impact of this implementation of a reallocation process of labour supply on the projection results by the means of scenario comparisons. Our results suggest that considering reallocations but also additionally their dynamics has substantial effects on the projection outcomes. They help draw an insightful picture of the future labour market and prevent over- or understating the potential for labour shortages in several occupations. We conclude that the assumptions about how reallocations differ by occupation and to what extent they can be realized by wage impulses is essential for projection results and their interpretation. Furthermore, we find that in the German labour market, wage adjustments cannot balance the labour demand and supply for occupations completely." (Authors' abstract; BIBB-Doku)
"Langfristige Arbeitsmarktprojektionen stellen ein beliebtes Analyseinstrument dar, um zukünftige Fachkräftebedarfe und -engpässe aufzuzeigen. Es wird oft angemerkt, dass gerade der stark standardisierte und beruflich segmentierte deutsche Arbeitsmarkt Reallokationsprozesse von Arbeitsangebot und -bedarf nach Berufen erschwert. Nichtsdestotrotz sind Wechsel aus dem erlernten Beruf keine Seltenheit und müssen bei einer langfristigen Projektion nach Berufen berücksichtigt werden, sofern keine inadäquaten Handlungsempfehlungen aus vermeintlichen Fachkräfteengpässen und -überschüssen abgeleitet werden sollen. In diesem Artikel beschreiben wir erstmals, wie die Implementierung eines Reallokationsprozesses durch berufliche Flexibilitätsmatrizen und berufsfeldspezifischer Löhne stattfinden kann. So zeigen wir, dass Arbeitgeber auf Engpässe durch Lohnerhöhungen reagieren, woraufhin Arbeitnehmer ihr Mobilitätsverhalten anpassen. Anhand von Szenarien analysieren wir die Auswirkungen unterschiedlicher Annahmen zur Lohnentwicklung in den Berufen und deren Effekte auf das Anpassungsverhalten des Arbeitsangebots. Unsere Ergebnisse zeigen, dass sich die Berücksichtigung beruflichen Mobilitätsverhaltens sowie eine dynamische Entwicklung desselben substanziell in den langfristigen Projektionsergebnissen niederschlagen. Hierdurch ergibt sich ein differenzierteres Bild über mögliche Fachkräfteengpässe und -überhänge sowie mögliche Handlungsempfehlungen. Als Fazit lässt sich festhalten, dass mögliche Lohnanpassungen und damit verbundene Berufswechsel zu einem besseren Ausgleich von Arbeitsangebot und -nachfrage nach Berufen führen können und dass Annahmen über den Ablauf dieser Prozesse das Ergebnis stark beeinflussen. Zudem können wir für den deutschen Arbeitsmarkt konkludieren, dass nicht alle theoretischen Engpässe lediglich über Lohnerhöhungen lösbar sind." (Autorenreferat; BIBB-Doku)
"Langfristige Arbeitsmarktprojektionen stellen ein beliebtes Analyseinstrument dar, um zukünftige Fachkräftebedarfe und -engpässe aufzuzeigen. Es wird oft angemerkt, dass gerade der stark standardisierte und beruflich segmentierte deutsche Arbeitsmarkt Reallokationsprozesse von Arbeitsangebot und -bedarf nach Berufen erschwert. Nichtsdestotrotz sind Wechsel aus dem erlernten Beruf keine Seltenheit und müssen bei einer langfristigen Projektion nach Berufen berücksichtigt werden, sofern keine inadäquaten Handlungsempfehlungen aus vermeintlichen Fachkräfteengpässen und -überschüssen abgeleitet werden sollen. In diesem Artikel beschreiben wir erstmals, wie die Implementierung eines Reallokationsprozesses durch berufliche Flexibilitätsmatrizen und berufsfeldspezifischer Löhne stattfinden kann. So zeigen wir, dass Arbeitgeber auf Engpässe durch Lohnerhöhungen reagieren, woraufhin Arbeitnehmer ihr Mobilitätsverhalten anpassen. Anhand von Szenarien analysieren wir die Auswirkungen unterschiedlicher Annahmen zur Lohnentwicklung in den Berufen und deren Effekte auf das Anpassungsverhalten des Arbeitsangebots. Unsere Ergebnisse zeigen, dass sich die Berücksichtigung beruflichen Mobilitätsverhaltens sowie eine dynamische Entwicklung desselben substanziell in den langfristigen Projektionsergebnissen niederschlagen. Hierdurch ergibt sich ein differenzierteres Bild über mögliche Fachkräfteengpässe und -überhänge sowie mögliche Handlungsempfehlungen. Als Fazit lässt sich festhalten, dass mögliche Lohnanpassungen und damit verbundene Berufswechsel zu einem besseren Ausgleich von Arbeitsangebot und -nachfrage nach Berufen führen können und dass Annahmen über den Ablauf dieser Prozesse das Ergebnis stark beeinflussen. Zudem können wir für den deutschen Arbeitsmarkt konkludieren, dass nicht alle theoretischen Engpässe lediglich über Lohnerhöhungen lösbar sind." (Autorenreferat; BIBB-Doku)