Der Chancenmonitor von ifo und „Ein Herz für Kinder” : große Bildungsunterschiede nach sozialer Herkunft – Jungen seltener auf dem Gymnasium
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Abstract
„Der Chancenmonitor von ifo und „Ein Herz für Kinder“ zeigt, dass die Bildungschancen der Kinder in Deutschland weiterhin stark von ihrem familiären Hintergrund abhängen. Die Wahrscheinlichkeit, ein Gymnasium zu besuchen, liegt bei 16,9 %, wenn ein Kind mit Eltern ohne Abitur aus dem untersten Einkommensviertel ohne Migrationshintergrund aufwächst. Im Gegensatz dazu liegt sie bei 80,3 %, wenn das Kind mit Eltern mit Abitur aus dem obersten Einkommensviertel mit Migrationshintergrund aufwächst. Dabei fallen Bildung und Einkommen der Eltern besonders stark ins Gewicht. Darüber hinaus liegt die Wahrscheinlichkeit des Gymnasialbesuchs bei Jungen (36,9 %) 6,6 Prozentpunkte niedriger als bei Mädchen (43,5 %). Der Gender-Gap findet sich in allen Gruppen des familiären Hintergrunds, ist aber in den obersten Bildungs- und Einkommensgruppen etwas geringer ausgeprägt. Handlungsempfehlungen für bessere Chancen für Kinder aus benachteiligten Familien sind (1) frühkindliche Bildungsangebote, (2) Unterstützung der Familien, (3) gute Lehrkräfte an Schulen mit benachteiligten Kindern, (4) kostenfreie Nachhilfeprogramme, (5) spätere schulische Aufteilung und (6) Mentoring-Programme. Handlungsempfehlungen für bessere Chancen für Jungen sind (1) mehr männliche Erzieher und Lehrkräfte, (2) Reflektion von Geschlechterstereotypen, Unterrichts- und Erziehungsformen, (3) frühe Förderung der Lesekompetenzen und (4) der Selbstregulation von Jungen, (5) Elternarbeit und (6) außerschulische Stärkung der Bildungsaspiration von Jungen.“ (Autorenreferat; BIBB-Doku)