Bildung vs. Kompetenz : Wenn Sprache Welt verändert
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Abstract
"Outputsteuerung, Credit Points, Soft Skills, Total Quality Management, Bildungsstandards, Qualitätssicherung, Exzellenzcluster, Lerneffizienz, selbstreguliertes Lernen, Teilnahmenachweis. Betrachtet man das bildungspolitische Vokabular unserer Zeit, so wird deutlich, dass sich das Verständnis von Lernen und Lehren an Schulen und Universitäten grundlegend verändert und nichts mehr mit Bildung zu tun hat, so der Autor. Er zeigt exemplarisch, inwiefern Universität und Schule ihren gesellschaftlichen Anspruch verschieben und die Sprache diese Verschiebung auf anschauliche Art und Weise dokumentiert. Sprache kann nach John Austin aber nicht nur Repräsentationen von Welt liefern, sondern immer auch wirklichkeitsverändernd wirken. "Wir sind nicht nur so, wie wir uns beschreiben, sondern wie wir uns beschreiben, können wir auch werden." Diese Tatsache bekommt in jenen Kontexten eine um so größere Bedeutung, in denen sich Welt angeeignet und sich in ihr orientiert werden soll, d.h. in pädagogischen Kontexten. Was genau die Verschiebung vom Bildungsbegriff zum Kompetenzbegriff vor dem Hintergrund des performativen Potenzials von Sprache bedeuten kann und welche menschlichen und gesellschaftlichen Konsequenzen sich daraus ergeben, wird im Beitrag erläutert. Die Ausführungen zur Performativität von Sprache stützen sich auf die Sprechakttheorie von John L. Austin. (Textauszug, BIBB-Doku)