Geschichte des Landwirtschaftsstudiums in Deutschland
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122932
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Abstract
"Mit der Einrichtung von Lehrstühlen für Kameralwissenschaften im 18. Jahrhundert wurde die "Lehre von der Landwirtschaft" erstmals Unterrichtsfach an den Universitäten. Obgleich sich dieses Lehrgebiet bald zu einer Landwirtschaftswissenschaft entwickelte, konnte diese Disziplin keinen eigenständigen Platz an den Universitäten erringen. Mit dem Niedergang des Kameralstudiums zu Beginn des 19. Jahrhundert verschwand auch die Landwirtschaftswissenschaft wieder weitgehend aus dem universitären Lehrangebot. Die drohende wissenschaftliche Isolierung der Landwirtschaftswissenschaft wurde überwunden durch die Gründung von landwirtschaftlichen Akademien. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts waren diese Fachschulen die tragenden Institutionen für die akademische Ausbildung der Landwirte. Die sich im 19. Jahrhundert herausgebildete Organisationsstruktur und die Lehrinhalte des Landwirtschaftsstudiums blieben - der Zeitabschnitt zwischen 1933-1945 ausgenommen - bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts nahezu unverändert. Mit den Studienreformen von 1961 und 1969 wurde ein Weg gefunden, eine breitangelegte Grundausbildung mit einem spezialisierten Schwerpunktstudium zu verbinden. Bei den gegenwärtigen Reformbestrebungen stehen sich im wesentlichen zwei Interessengruppen gegenüber: die Befürworter einer breiten, stärker an der landwirtschaftlichen Praxis orientierten Ausbildung und die Vertreter eines differenzierten, vorwiegend an der Forschung orientierten Fachstudiums. Seit Beginn der 80er Jahre nehmen bei fast allen Reformdiskussionen ökologische Fragestellungen einen breiten Raum ein." (IAB2)