Unterweisungen in der betrieblichen Praxis : von der Schwierigkeit des guten Erklärens
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Abstract
Gutes Erklären soll helfen, Sachverhalte sinnvoll zu strukturieren und mit vorhandenen Kenntnissen zu verknüpfen. Es soll im Wechselspiel von Erklären, Veranschaulichen und Üben Auszubildende dabei unterstützen, ein gutes operatives Abbildsystem aufzubauen. In der hier vorgestellten Untersuchung wurden Ausbilder in der Praxis bei Unterweisungen beobachtet. Fragestellung war, in welchem Ausmass Merkmale guten Erklärens, wie sie durch die psychologische und pädagogische Forschung postuliert werden, in der Praxis des Unterweisens vorfindbar sind. Erhoben wurde, inwieweit an Bekanntes angeknüpft wurde, Spezifisches in allgemeine Prinzipien eingebettet wurde, wie gut gegliedert und nachvollziehbar die Erklärungen waren, inwieweit die Auszubildenden Gelegenheit zu eigener Anwendung erhielten u.ä. Die Ergebnisse zeigen, dass Verallgemeinerungen häufig vorkommen, und dass Veranschaulichungen ebenso wie das Üben durch die Auszubildenden zum Standardrepertoire gehören. Allerdings werden diese Elemente oft nicht ausreichend systematisch genutzt, Anknüpfen an Bekanntes wird meist auf die einfache Erwähnung verwandter Phänomene reduziert, und bei Fehlern wird häufig kein klares Feedback gegeben. Die Studie gibt Hinweise auf Schulungsmöglichkeiten, verweist aber auch auf die Notwendigkeit, das Unterweisungsverhalten im betrieblichen Alltag vermehrt zu untersuchen. Die Autoren weisen nachdrücklich darauf hin, dass gerade bei anspruchsvollen innovativen Lernarrangements gutes Erklären und Feedback eine zentrale Rolle spielen. (BIBB2)