Empirisches Wissen in einem Low-Tech-Unternehmen
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Abstract
Die wissenschaftliche Diskussion über industrielle Wettbewerbsfähigkeit wird von einer Wissenschaft-und Technologie- Perspektive beherrscht. Anhand der empirischen Ergebnisse einer Fallstudie in einem schwedischen Low-Tech- Unternehmen vertritt der Verfasser hingegen die These, dass diese W&T-Perspektive ein unvollständiges Bild der Wissensbildung und der industriellen Kompetenz in der Industrie wiedergibt. Das Unternehmen, eine Kettenfabrik, das keine Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten aufweist und über eine Belegschaft mit einem niedrigen formalen Ausbildungsniveau verfügt, zeichnet sich durch eine hohe internationale Wettbewerbsfähigkeit und ständig steigende Innovationen aus. Im Vergleich mit anderen Fallstudien wird nachgewiesen, dass Wissensbildung weitgehend unabhängig von der Wissenschaft erfolgt, dass industrielle Kompetenz aus tief in beruflichen Praktiken verankerten Kompetenzen hervorgehen kann. Die in der Industrie häufig nachgewiesenen Traditionen industrieller Kreativität, innovativer Ideen, handwerklichen und organisatorischen Wissens sollten bei der gegenwärtigen Umstrukturierung der Berufsbildung nicht unberücksichtigt bleiben. (BIBB)