Erwerbsgesellschaft ade - Arbeitsidentität passé? Die veränderte Bedeutung von Erwerbsarbeit für die Identität junger Erwachsener
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Abstract
Mit dem Rückgang der Erwerbsarbeit pro Kopf der Bevölkerung droht Arbeit nicht nur zu einem knappen Gut zu werden, sie könnte zunehmend auch ihre dominierende Rolle für Denken und Handeln verlieren. Kommt dies nicht einer Jugend zu gute, der schon seit einiger Zeit unterstellt wird, dass sie in ihren zentralen Werthaltungen ohnehin eher freizeitorientiert ist? An zwei ausgewählten Gruppen von Jugendlichen, die im Rahmen einer Längsschnittuntersuchung, des Münchner Sonderforschungsbereichs 333 zwischen 1991 und 1996, befragt wurden, kann gezeigt werden, dass sich zwar bei den Jugendlichen eine veränderte Bezugsweise zu Arbeit feststellen lässt, Arbeit aber dabei keineswegs als identitätsstiftender Faktor an Bedeutung verloren hat. Die Arbeitsansprüche Jugendlicher sind überwiegend subjektiv-sinnhaft und bilden für ihre Identitätsentwicklung einen wichtigen Orientierungsfaktor. Um dies bzw. das komplexe Wechselspiel von freizeit- und arbeitsbezogenen Ansprüchen verstehen zu können, bedarf es eines dynamisierten Identitätskonzepts. Dieses wird in seinen Grundzügen beschrieben. Abschliessend werden 4 Szenarien entworfen, wie sich die Arbeitsbezüge Jugendlicher in einer sich verändernden Gesellschaft weiterentwickeln könnten. (DJI/Abstract übernommen).