Lesekompetenzförderung in der beruflichen Bildung
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Abstract
"Lesekompetenzförderung wird zunächst als Aufgabe der allgemein bildenden Unterrichtsfächer und hier insbesondere als Auftrag des Deutschunterrichts betrachtet, dessen Relevanz in der Primar- bzw. Sekundarstufe I unangefochten, im berufsbildenden Bereich hingegen eher umstritten ist. Aufgrund der bestehenden Zweifel gegenüber allgemein bildenden Inhalten und Kompetenzen im Kontext des Berufsbildungssystems, soll vorab geklärt werden, welche Rolle die Lesekompetenz für die berufliche Handlungsfähigkeit sowie für berufliche Lehr-Lernprozesse spielt. Vor dem Hintergrund der teilweise besorgniserregenden Leseleistungen der Auszubildenden und der Tatsache, dass die berufliche Ausbildung für viele SchülerInnen die letzte Möglichkeit darstellt, ihre Sprach- und Lesekompetenz in einem systematischen schulischen Kontext zu verbessern und Kompetenzdefizite zu kompensieren (vgl. KATZ 1994, 116ff.), bleibt die Lesekompetenzförderung eine notwendige Aufgabe des Berufsbildungssystems. In der Berufsbildungsforschung wurde dieser Themenkomplex bisher nur marginal behandelt und es liegen nur wenige empirische Befunde zur methodischen Gestaltung und Wirksamkeit der Lesekompetenzförderung in der beruflichen Ausbildung vor. Die vorgestellte Interventionsstudie knüpft an das skizzierte Forschungsdesiderat an und geht der Frage nach, inwieweit der in anderen institutionellen Kontexten positiv evaluierte Ansatz reciprocal teaching auch im berufsbildenden Bereich zur Lesekompetenzförderung geeignet ist." (Autorenreferat, BIBB-Doku)