Die QuBe-Kompetenzklassifikation als verdichtende Perspektive auf berufliche Anforderungen

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Bundesinstitut für Berufsbildung

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Bonn

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Berufliche Zertifikate bescheinigen, welche Inhalte in einem formalen Bildungsgang vermittelt worden sind. Aus Warte der Kompetenzorientierung (DIETZEN u. a. 2016) interessieren jene Fähigkeiten, über die Individuen tatsächlich verfügen. Kompetenzvermittlung kann als eine Zielsetzung von Bildung begriffen werden. Für die Bildungs- und Arbeitsmarktpolitik ist von hohem Interesse, zukünftig nachgefragte Kompetenzen zu prädizieren, um Bildungsangebote entsprechend zu organisieren. Vor diesem Hintergrund wurde im Rahmen des BMAS-Fachkräftemonitorings, welches auf den BIBB-IAB Qualifikations- und Berufsprojektionen (QuBe-Projekt) fußt, eine eigene QuBe-Kompetenzklassifikation entwickelt. Dieses wurde, anhand einer sich ändernden Nachfrage nach Berufen und Anforderungsniveaus, fortgeschrieben. Dieser Bericht stellt die Operationalisierung der QuBe-Kompetenzklassifikation anhand der BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragungen 2011/12 und 2017/18 vor. Es wird dargestellt, wie die 16 tendenziell überfachlichen, beruflichen Kompetenzerfordernisse modelliert werden, und wie sie miteinander korrelieren. Weiterhin wird eruiert, welche beruflichen Kompetenzerfordernisse sich empirisch nach Fachlichkeit, Anforderungsniveau, Alter und Geschlecht ergeben. Zudem werden die Kompetenzen mit individuellen Entlohnung und Berufswechseln in Verbindung gesetzt. Schließlich wird die Entwicklung der QuBe-Kompetenzerfordernisse im Zeitverlauf dargelegt. Im Ergebnis zeigt sich, dass die QuBe-Kompetenzerfordernisse einen komprimierten Blick auf den vieldiskutierten Strukturwandel im Zuge der Digitalisierung ermöglichen. Es beweist sich insbesondere im Zeitverlauf: Während physische Kompetenzen wie Körperkraft und Fingerfertigkeit, aber auch Routine an Bedeutung verlieren, werden IKT, aber auch sozial-interaktive und methodische Kompetenzerfordernisse wichtiger. Insbesondere das Kompetenzerfordernis Management und Koordinierung ist mit einer hohen Entlohnung verknüpft. Indessen ist davon auszugehen, dass sich für diese Kompetenz auch zukünftig hohe Bedarfe ergeben. In Bezug auf den Arbeitsgegenstand vollzieht sich ein Wandel weg von Fähigkeiten im Maschinenumgang hin zu einer Expertise in Informations- und Kommunikationstechnologie bzw. hin zu Dienst- und Hilfeleistungen. Berufe sind einzigartig. Sie lassen sich jeweils nicht über eine einzelne Kompetenz charakterisieren. Ihre Einzigartigkeiten ergeben sich aus dem Verhältnis verschiedener Kompetenzen zu- und miteinander. Das spezifische Kompetenzprofil, welches regelmäßig über eine einzelne Kompetenz hinausreicht, ist für berufliche Passungsfragen wichtig. Insofern lässt sich kein Patenrezept dahingehend ableiten, welche einzelnen Kompetenzen sich anzueignen lohnen. Empirische Befunde belegen: Lassen sich damit berufliche Aufstiege realisieren, werden größere Aufwände betrieben, neue Kompetenzen zu erlernen. (BIBB-Autorenreferat)

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