Aussiedler-Integration als soziale Herausforderung für die Bundesbürger
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122693
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Abstract
"Der Artikel versucht drei Schwerpunkte in der Behandlung der Aussiedler-Frage zu setzen: Ursachen der Wanderbewegung und gesellschaftlicher Zusammenhang, nationale Kontext-Erweiterung durch das Zusammenleben mit Aussiedlern und zukunftsbezogene Massnahmen zugunsten dieser Population mit dem Ziel, ihre Gesamtsituation zu verbessern und ihre Selbsthilfekräfte zu stärken. Er kommt zu folgendem Ergebnis: Aussiedler sind nicht nach einem Defizitkatalog zu beurteilen (was fehlt ihnen), sondern nach einem Differenzmodell (was bringen sie an Fähigkeiten und Fertigkeiten mit, was können wir von ihnen lernen). Aussiedler unterliegen Entwicklungszyklen, die ihre Eingliederung nicht einfach zur Frage des Zeitverlaufs macht, sie sind aber auch von der Familienstruktur her eher kollektiv orientiert, so dass Einzelmassnahmen von betreuenden Stellen immer auch die strukturellen Bedingungen mitberücksichtigen müssen, um schulisch, beruflich und auf dem Freizeitsektor angemessene Angebote zu machen und Hilfestellungen zu geben. Der Massenandrang von Aussiedlern macht die Betreuungsfrage nicht einfach zur quantitativen Grösse, sondern nach wie vor muss qualitativ ein Weg, der die Lernprozesse auf Gegenseitigkeit fördert, gefunden werden, um dauerhaft ein Zusammenleben zu ermöglichen. Lösungen könnten in Richtung Dezentralisierung, Kommunalisierung, Flexibilisierung der Aussiedler-Aufnahme gesucht werden. Man kann ebenfalls als flankierende Massnahme durch schulische und ausserschulische Angebote Mitverantwortlichkeit stärken und Vorurteile den Aussiedlern gegenüber abbauen helfen." (Autorenreferat)