Berufliche Bildung im Spiegel der Zuwanderung von Geflüchteten und Migranten : Editorial
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Abstract
Die Autoren geben in ihrem Editorial einen Überblick über verschiedene Studien und Erhebungen zu Qualifikationsniveau und Bildungsaspirationen von Flüchtlingen. Demnach deuten z. B. erste annahmebasierte Modellrechnungen darauf hin, dass etwa 50 Prozent der Zugewanderten über 17 Jahre eine Berufsausbildung absolvieren wollen. Diese berufliche Aspiration wird dabei als Wunsch interpretiert, eine Berufsausbildung nach BBiG/HwO aufzunehmen, weil dieses in Deutschland die verbreitetste Form der Berufsausbildung ist. In einer weiteren Studie wurde ermittelt, dass zwischen 72.000 bis 96.000 Zugewanderte eine duale Ausbildung nachfragen, für die ein Personalbedarf von 2000 bis 2700 Lehrkräften erforderlich würde. Ungeachtet dessen verfügt mit knapp 60 Prozent ein großer Teil der Geflüchteten selbst nach mehr als 15 Jahren nicht über einen beruflichen Abschluss. Entsprechend lag die Beschäftigungsquote der zwischen 1990 bis 2009 nach Deutschland Geflüchteten im Zuzugsjahr bei durchschnittlich 10 Prozent, nach 6 Jahren bei 50 Prozent, nach 10 Jahren bei 60 Prozent und nach 15 Jahren bei 70 Prozent. Vor diesem Hintergrund der aktuellen Ereignisse und der Erkenntnisse auch aus früheren Migrationswellen ist die berufliche Bildung nach Ansicht der Autoren nicht nur unter einer quantitativen, sondern auch einer qualitativen und zeitlichen Perspektive gefordert. (Textauszug; BIBB-Doku)