Die Berufslehre hat ein Geschlecht : Weshalb es weibliche Talente schwer haben
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Bern
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Abstract
Weibliche Talente scheinen es in der beruflichen Grundbildung schwerer zu haben als männliche. So werden weibliche Auszubildende von männlichen Berufsbildnern deutlich ungünstiger beurteilt als männliche. Zudem zeigten Frauen trotz fast identischer Leistungsmotivation während der beruflichen Ausbildung eine deutlich höhere Belastung durch Stress, sowohl im Betrieb als auch in der Berufsfachschule. Das vorliegende Dossier untersucht den Zusammenhang zwischen Begabung, Talent, Leistung und Geschlecht in der beruflichen Grundbildung. Es basiert auf den Daten bisheriger Studien zu talentierten jungen Menschen in der beruflichen Grundbildung sowie einer Nachbefragung im Jahr 2015. Einige Ergebnisse zur Geschlechterfrage aus der Dissertation von Michael Niederhauser werden in diesem Dossier präsentiert. In den Längsschnittstudien wurden zum einen die intra- und interindividuellen Entwicklungsverläufe und die damit verbundenen Bedingungsfaktoren untersucht. Zum anderen widmeten sich die Autoren der Leistungsexzellenz am Ende der Berufslehre, um so Erkenntnisse aus Begabungs-, Talent- und Expertiseforschung miteinander zu verbinden. Neueste Statistiken zum Thema "Geschlecht und Berufswahl" oder "Frauen und Berufsmeisterschaften" verweisen auf die hohe Bedeutung, welche der Talentförderung aus einer Geschlechterperspektive zukommt. Damit reiht sich auch dieses Dossier in den seit einigen Jahren verfolgten Perspektivenwechsel ein, der sich von der traditionellen Defizitorientierung abwendet und sich an vorhandenen, vielleicht verdeckten Potenzialen, Fähigkeiten und Ressourcen orientiert. (Textauszug; BIBB-Doku)