Modularisierung und Standardisierung beruflicher Bildung in Deutschland im Kontext der europäischen Berufsbildungspolitik
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Abstract
Der Beitrag beleuchtet - mit Blick bis in die 80er Jahre - die neueren Entwicklungen und berufsbildungspolitischen Auseinandersetzungen in der deutschen Berufsbildung im Kontext der europäischen Berufsbildungspolitik. These ist, dass sich in Bezug auf die prinzipiellen Ziele des europäischen Integrationsprozesses im Kern nichts Wesentliches verändert habe. Nach wie vor gehe es um die Durchsetzung von Vergleichbarkeit, um eine - wie auch immer geartete - Europäisierung der Strukturen der beruflichen Bildung in einem nunmehr deutlich vergrößerten und noch heterogeneren Europa. Die berufsbildungspolitischen Kernthemen der 80er und 90er Jahre seien noch immer aktuell (abzulesen an der Modularisierungsdebatte) und Kernbestand der europäischen Berufsbildungspolitik. Die neue Qualität der Europäisierungsdynamik bestehe für Münk darin, dass die ursprünglich isolierten, nicht in einem Gesamtkonzept gerahmten Ansätze (Transparenz, Vergleichbarkeit, Anerkennung etc.) in einem konzeptionellen Rahmenprogramm zusammengefasst sind und es sich damit um eine sehr deutlich erkennbare berufsbildungspolitische Gesamtstrategie handelt, deren Elemente auf ein gemeinsames Ziel zusteuern - Wettbewerbsfähigkeit und Employability. Deren grundlegende Systemmerkmale seien mit den grundlegenden Systemmerkmalen des bundesdeutschen Qualifizierungssystems mit seiner Philosophie der prinzipiell beruflichen Verfasstheit von Arbeit nur schwer vereinbar. Gleichwohl könnten die Reformansätze und Konstruktionsprinzipien europäischer Prägung aus Sicht von Münk für eine Reform der bundesdeutschen Berufsbildung von Nutzen sein. Angesichts der allein quantitativ sinkenden Absorptionsfähigkeit des Dualen Systems hält er eine auf erhöhte Flexibilität zielende Reform des deutschen Berufsbildungssystems für unverzichtbar. (BIBB-Doku)