Progression, Stagnation, Regression - zur Entwicklung der moralischen Urteilskompetenz während der kaufmännischen Berufsausbildung
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13384
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Mainz
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Abstract
In einer Längsschnittstudie an Versicherungslehrlingen wurde untersucht, wie dieser Personenkreis moralisch urteilt und welche Entwicklungen sich in dieser Hinsicht während der Ausbildung abzeichnen. Der Stand der moralischen Urteilskompetenz wurde in den wichtigsten Lebensbereichen (Familie, Freundeskreis, Ausbildungsbetrieb, Berufsschule) nach der Dilemma-Methode ermittelt. Die Studie berichtet über die Befunde zur moralischen Entwicklung aus dem familialen und dem betrieblichen Bereich. Es wurde festgestellt, dass im Laufe der Berufsausbildung Veränderungen in der Beurteilung moralischer Konflikte auftreten. Die Ergebnisse stehen überwiegend nicht im Einklang mit der Kohlberg-Theorie, derzufolge die moralische Entwicklung ausschliesslich stufenförmig nach oben erfolgt (Stufenprogression) und moralische Urteile nicht bereichsspezifisch gebildet werden. Die Befunde sind als Beleg dafür zu werten, dass Personen bei der Beurteilung unterschiedlicher Konfliktlagen unterschiedliche Massstäbe anlegen, anstatt wie von Kohlberg vermutet, stets auf dem Prinzip der höchsten bislang erreichten und konsolidierten Stufe zu rekurrieren. Abschliessend werden Ansätze zu einer Revision der Kohlberg- Theorie diskutiert. (BIBB2)