Chancenrealisierung an der zweiten Schwelle : aktuelle Auswirkungen traditioneller Strukturdefizite des dualen Systems
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114781
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Köln
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Abstract
Thema der Untersuchung sind die Übergänge von der betrieblichen Berufsausbildung in die Berufstätigkeit im Jahr 1988/89 in Nordrhein-Westfalen. Dazu wurden nach einer vorausgegangenen Erstbefragung in Berufsschulen rund 4.700 Ausbildungsabsolventen aus zwölf ausgewählten Berufen ein halbes Jahr nach Ausbildungsabschluss zu ihrem Verbleib befragt. Knapp siebzig Prozent der Ausgebildeten waren zum Befragungszeitpunkt in einem Beschäftigungsverhältnis. Fast jeder fünfte befand sich erneut in einer Bildungsmassnahme. Fünf Prozent der Befragten waren arbeitslos; etwa sieben Prozent waren anderweitig verblieben - zum grössten Teil in der Bundeswehr oder im Zivildienst. Die Chancen auf Übernahme nach Ausbildungsabschluss sind in grossen Betrieben grösser als in Kleinbetrieben. Selektionsprozesse an der ersten Schwelle bei der Einmündung in Ausbildungsberufe mit günstigeren oder ungünstigeren Berufsaussichten wirken auch an der zweiten Schwelle fort. Aktivitäten der Absolventen bei der Arbeitssuche oder die Bereitschaft zu Mobilität bzw. Zugeständnisse zeigen nur wenig Korrekturwirkungen. Abschliessend wird deshalb festgestellt, dass die Beschäftigungssituation der Ausgebildeten ein halbes Jahr nach Ausbildungsabschluss kaum von deren Einstellungen und Handlungen bestimmt ist, sondern in erster Linie durch den Ausbildungsberuf, in den sie eingemündet sind, sowie durch Selektionsmechanismen der Beschäftiger oder Ausbilder, die zunächst einmal von den Betroffenen kaum zu beeinflussen zu sein scheinen. (IAB2)