Konkurrenz und Dankbarkeit : die ersten drei Jahrzehnte des Frauenstudiums im Spiegel von Lebenserinnerungen - am Beispiel der Universität Tübingen
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122742
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Abstract
Die vorliegende Studie über Mädchenbildung und Frauenstudium in Württemberg im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts zeigt die interne Widersprüchlichkeit der Frauenförderung in dieser Epoche: zum einen die Unterstützung der Frauen im Bereich der Bildung und des Studiums, zum anderen die Behinderung der Akademikerinnen beim Eintritt in die akademischen Berufe. Neben der persönlichen individuellen Förderung stehen die strukturellen Benachteiligungen. Wie die Lebenserinnerungen von Studentinnen dieser Jahre zeigen, haben sie diese strukturellen Behinderungen kaum wahrgenommen und bei ihren Berufsplanungen hingenommen, da das Gefühl der Dankbarkeit für erfahrene Förderung und Leistungsbewusstsein als Rechtfertigung für die Studiermöglichkeit im Vordergrund standen. Aufgrund der Differenzierung der Frauenfrage in eine Bildungs- und eine Berufsfrage müssen einige gängige Klischees bezüglich der Bildungsbarrieren für Frauen im Kaiserreich und in der Weimarer Republik revidiert werden. (Autorenreferat)