Different country – same problems? Akteurszentrierte Analyse der Rekrutierung ausländischer Fachkräfte in Deutschland und Kanada
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781184
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Abstract
„Der vorliegende Beitrag basiert auf zwölf qualitativen Fallstudien in deutschen und kanadischen Krankenhäusern und IT-Unternehmen, die im Rahmen einer Mixed-Methods-Studie zur Analyse der Arbeitsmarktergebnisse von Zugewanderten durchgeführt wurden. Ziel dieser Fallstudien war die vergleichende Untersuchung der Anerkennung, des Integrationsprozesses sowie der Verwertbarkeit ausländischer Qualifikationen, Fähigkeiten und Arbeitserfahrungen auf dem Arbeitsmarkt durch Zugewanderte in Deutschland und Kanada. In diesem Beitrag werden die Strategien und Rationalitäten von Arbeitgebern und Arbeitnehmerinnen bzw. Arbeitnehmern im Rahmen des Rekrutierungsprozesses analysiert. Der Fokus liegt dabei auf den typischen Strategien der ausländischen Bewerber/-innen und der Rekrutierungsverantwortlichen sowie ihrer individuellen Wahrnehmung des Rekrutierungsprozesses insbesondere in Hinblick auf die Kommunikation. Der Beitrag nimmt Bezug auf den Signaling- und Screening-Ansatz, um die im Kontext der Anerkennung bestehenden Informationsasymmetrien theoretisch zu konzeptualisieren. Die Ergebnisse zeigen, dass im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) die von den Arbeitgebern gestellten Anforderungen als am problematischsten angesehen werden. Hingegen werden im Gesundheitssektor Zugewanderte eher mit systemischen Hindernissen konfrontiert, die mit den Strukturen des Bildungssystems (Deutschland) oder des Arbeitsmarktes (Kanada) zusammenhängen. Diese systemischen Hindernisse schmälern in beiden Ländern den Signalwert ausländischer Qualifikationen auf dem Arbeitsmarkt. Die Kommunikation zwischen den Akteuren bestimmt in hohem Maße den Verlauf und den Erfolg des Anerkennungs- und Rekrutierungsprozesses. Während in Deutschland vor allem Sprachbarrieren und die Relevanz formaler Qualifikationen ein zentrales Hindernis für Zuge wanderte darstellen, ist in Kanada in diesem Zusammenhang vor allem die Notwendigkeit inländischer Berufserfahrung zu nennen.“ (Autorenreferat; BIBB-Doku)