Ungewisse Wege ins Berufsleben bewältigen. Ein vernachlässigtes Aufgabenfeld der Jugendarbeit
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Abstract
Zentrales Kennzeichen jugendlicher Lebenswelten ist heute, dass sie längst nicht mehr jene stabile und dauerhafte Integration in Erwerbstätigkeit anbieten, die nach wie vor als unverzichtbare und unersetzliche Grundlage für ein menschenwürdiges Leben in dieser Gesellschaft gilt. Wie aber junge Menschen unter solch veränderten gesellschaftlichen Bedingungen berufliche Integration als Teil der Lebensplanung angehen können, dafür hat sich Jugendarbeit bisher relativ wenig interessiert. Nach Ansicht von Franz Josef Krafeld muss sich die Jugend(sozial)arbeit von der Vorstellung verabschieden, eine stabile Integration ins Erwerbsleben sei für alle Jugendlichen erreichbar. In diesem Beitrag wendet sich der Autor dagegen, die Arbeitslosigkeit Jugendlicher primär auf defizitäre Sozialisationsverläufe zurückzuführen und junge Leute dann zu Objekten (sozial)pädagogischer Massnahmen zu machen. Vielmehr fordert er, die subjektiven Fähigkeiten Jugendlicher im Umgang mit der veränderten Lebensbedingungen zu stärken. Deshalb fordert Krafeld verstärkt eine entsprechende lebensbewältigende Einmischung von Jugendarbeit in die Jugendarbeitslosigkeit und deren Wirkungen. Aus der bewältigungsorientierten Auseinandersetzung mit den beruflichen Integrationsrisiken junger Menschen leitet er eine Reihe von Konsequenzen für die Praxis der Jugendarbeit ab, z. B. die Vermittlung von Orientierungen, die Entwicklung von Fähigkeiten zu dialogischer Kommunikation, die Bedeutung von Such- und Experimentierkompetenzen, die Einmischung in Prozesse der Erfahrungsproduktion u. a. (DJI/Sd).