Rahmenbedingungen der Berufsbildung
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Opladen
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Abstract
In sechs Beiträgen gehen die Autoren auf unterschiedliche Aspekte der Rahmenbedingungen für die Berufsbildung ein. KELL und DIKAU setzen sich in ihren Beiträgen mit organisatorischen, rechtlichen und finanziellen Fragen der Berufsbildung bzw. Weiterbildung auseinander. KELL definiert Berufsbildung unter vier Gesichtspunkten (als normative Zeitkategorie, als deskriptive Dimension individueller Entwicklungsprozesse, als Ergebnis von Entwicklungsprozessen und als Oberbegriff für die Organisation beruflicher Lernprozesse) und geht unter Berücksichtigung dieser Aspekte und ihrer wechselseitigen Beziehungen auf historische und aktuelle Fragen der Organisation, des Rechts und der Finanzierung der nichtakademischen Berufsausbildung in der Sekundarstufe II ein. Dikau umreisst in seinem Beitrag die rechtlichen und organisatorischen Bedingungen der beruflichen Weiterbildung. Nach einer Differenzierung des Begriffs der Weiterbildung leitet er Aufgabenbereiche und die verschiedenen Träger für die berufliche Weiterbildung ab und stellt die entsprechenden rechtlichen, finanziellen und organisatorischen Rahmenbedingungen vor. GREINERT stellt die Soziogenese des dualen Systems vor und grenzt dabei drei Entwicklungsphasen, eine Gründungsphase (1870-1920), eine Konsolidierungsphase (1920-1979) und eine Ausbauphase (ab 1970), ab. Wichtige für die jeweilige Etappe charakteristische Entwicklungen werden vorgestellt. NÖLKER geht in seinem Beitrag auf internationale Aspekte der Berufsbildung in Entwicklungsländern ein. Dabei weist er auf die Abhängigkeit der Berufsbildungsentwicklung von der Entwicklungspolitik hin und geht besonders auf die Verberuflichung der Allgemeinbildung in einigen Entwicklungsländern, insbesondere in Indien, ein. PIEHL und SELLIN erläutern in ihrem Beitrag "Berufliche Aus- und Weiterbildung in Europa" rechtliche Grundlagen der Bildungs- und Berufsbildungspolitik der Europäischen Union. Ausgehend von der Zuständigkeit der Europäischen Union auf diesem Gebiet werden Aspekte der Anerkennung von Berufs- bzw. Qualifiaktionsabschlüssen angesprochen, die sich aus dem Grundrecht der Freizügigkeit ergeben, und es wird auf die Rolle der Berufsbildungspolitik im Rahmen der Sozial- und Arbeitsmarktpolitik der Europäischen Union sowie die der Sozialpartner näher eingegangen. Abschliessend werden Situation und Perspektiven für die berufliche Bildung in der Europäischen Union dargestellt. Dabei wird besonders auf das Prinzip des lebenslangen Lernens und seine Berücksichtigung in den bildungspolitischen Aktivitäten der Kommission eingegangen. (BIBB)