Naturerkenntnis und Naturbearbeitung in der gewerblich-technischen Berufsbildung

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Deutscher Studien Verl.

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Weinheim

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Abstract

"Der Autor geht davon aus, daß die gegenwärtige Krise der Industriegesellschaft in ihrem Verhältnis zur Natur ihren geistigen Ursprung in der Entstehung der modernen Naturwissenschaften im 16. Jahrhundert hat. Seither wird ein reduktionistisches Naturbild in der Qualifizierung zur Arbeit durchgesetzt, das einem quantitativ-mechanistischen Denkmodell unter Vernachlässigung aller quantitativen Aspekte von Natur folgt. Die Hauptthese der Untersuchung lautet, in der beruflichen Bildung werde dieses reduktionistische Naturbild vermittelt, wodurch das Denken der Auszubildenden auf die bloße Organisation der Materie bzw. der Natur reduziert wird. Diese These wird anhand einer differenzierten Curruculumanalyse ausgewählter Lehrpläne für die gewerblichtechnische Berufsbildung belegt. Die Ergebnisse der Analyse führen folgerichtig zu einem neuen bildungstheoretischen Ansatz einer "naturgemäßen" Berufsbildung. Die Untersuchung ist ein grundlegender Beitrag zur Analyse der curricularen Vorgaben für die Vermittlung des Naturverständnisses in der gewerblich-technischen Berufsbildung. Der Autor zeigt ein historisch gewachsenes Defizit der beruflichen Bildung auf, das für die gesellschaftliche und individuelle Zukunft der Menschen eine immer entscheidendere Bedeutung erlangt. Er liefert somit einen wichtigen Beitrag zur kritischen Lehrplandiskussion und Theoriebildung in der Berufsbildung." Im Mittelpunkt des ersten Teils der Arbeit stehen historische Betrachtungen über die Bedeutungen von "Arbeit" und "Natur", Reflexionen über die Beziehungen menschlicher Arbeit zur Natur sowie Gedanken über gesellschaftliche Entwicklungen im Hinblick auf ihre physische Reproduktion. Im zweiten Teil wird der Frage nachgegangen, welche(s) Naturbild(er) in der gewerblich-technischen Berufsausbildung vorherrschend vermittelt wird/werden soll. Schulische Lehrpläne und Ausbildungsordnungen werden auf das darin explizit und/oder implizit enthaltene Naturbild hin analysiert. Die Curruculumanalyse bedient sich inhaltsanalytischer und hermeneutischer Verfahrensweisen. Die Ergebnisse der Analyse werden im dritten Teil zusammengefaßt und einer kritischen Reflexion unterzogen, in die auch das Konzept "Berufliche Umweltbildung" einbezogen ist. Die Rezeption verschiedener philosophischer, pädagogischer sowie ökonomischer Überlegungen bilden den Ausgangspunkt für die Entwicklung von Thesen eines neuen bildungstheoretischen Ansatzes naturgemäßer Berufsbildung. (Verlag/BIBB2)

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