Berufsbildungsforschung ohne historische Orientierung - statt eines Nachrufes
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146137
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Abstract
"Während das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) die hundertste Wiederkehr eines zentralen Datums in der Geschichte des deutschen Systems der Berufsbildung - die Gründung des Deutschen Ausschusses für Technisches Schulwesen" (DATSCH) am 8. Dezember 1908 - feierte, gefallen sich die deutschen Universitäten darin, im Zuge des Bologna-Prozesses die historischen Bestandteile in den berufs- und wirtschaftspädagogischen Studiengängen zügig abzuwickeln." Dieses gegensätzliche Verständnis von Geschichte nimmt der Autor zum Anlass zu zeigen, dass die Nachzeichnung und Analyse historischer Verlaufsmuster nicht notwendig der Verfolgung nostalgischer Interessen dienen muss und daher im Studium als überflüssiger Ballast gelten kann, sondern dass sozialhistorisch angelegte Analysen in der Regel auch Verstehens-, Interprations- und Orientierungshilfen für den konstruktiven Umgang mit aktuellen Herausforderungen liefern können. Dies veranschaulicht er an drei Beispielen unterschiedlicher historischer Reichweite: (1) Die traditionsvermittelte Beharrungstendenz von Systemen der Erwerbsqualifizierung, (2) Die geschichtliche Ambivalenz von reformorientierter Berufsbildungspolitik, (3) Humanistische versus realistische Bildung - der verfehlte deutsche "Sonderweg". Abschließend weist der Autor auf die Folgen für die Wissenschaftsdisziplin hin, die Geschichte der eigenen Disziplin aus dem Problembewusstsein auszuklammern. (BIBB-Doku)