Die Berufsmatur : ein Fallbeispiel schweizerischer Berufsbildungspolitik
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9714
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Rüegger
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Chur
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Abstract
Die Berufsmatur ist die schweizerische Bezeichnung für die Fachhochschulreife. Mit der Einführung der Berufsmatur wurde die Sekundarstufe II des Bildungssystems reformiert, wodurch der Zugang zur Tertiärstufe, besonders zu den Fachhochschulen, ermöglicht werden sollte. Hauptziel dieser Reform, die mit Gesetzesänderungen im Berufsbildungssystems einhergeht, ist die Stärkung der Berufsbildung. Die Besonderheit dieser Reform besteht darin, dass sie nur im schulischen Teil des dualen Systems stattfindet, während die Ausbildungsbetriebe an ihrer Durchführung nicht direkt beteiligt sind. Die Verfasser untersuchen, wie es zu dieser Reform kam, wie der Reformprozess auf verschiedenen Ebenen verlief und welches seine Ergebnisse sind. Zunächst wird die Einführung der Berufsmatur auf der Ebene des Bundes bis hin zur Verabschiedung der entsprechenden Verordnung analysiert, wobei verdeutlicht wird, dass neue bildungspolitische Positionen und Akteure neben die traditionellen treten. Bei der Betrachtung der Einführung der Berufsmatur in den Kantonen zeigen sich uneinheitliche und mehrdeutige Politikprozesse sowie Steuerungsprobleme in der schweizerischen Berufsbildung. Bezüglich der Wirksamkeit der Reform halten es die Verfasser angesichts der Komplexität der Berufsbildung für angebracht, von Wirksamkeiten und nicht nur von Wirkungen zu sprechen, weil die Reform unterschiedlichen Wirklichkeiten entspricht. (BIBB2)