Vor einem neuen Ausbildungsplatznotstand : welche Signale gehen vom öffentlichen Dienst aus?
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Abstract
An Beispielen aus dem kommunalen Bereich in Hessen wird das Ausbildungsverhalten des öffentlichen Dienstes analysiert. Der Beitrag kommt dabei zu folgender Einschätzung: "Ungeachtet der Tatsache, dass sich Bildungs'investitionen' einer unmittelbaren Kosten-/Nutzenkalkulation entziehen, weil ihr Erfolg resp. ihre Ergebnisse nicht wirklich quantifizierbar sind, wird nun also versucht, die (Aus-)Bildung der Jugendlichen auch von seiten des öffentlichen Dienstes primär unter dem Gesichtspunkt betrieblicher Ausgaben zu sehen. In diesem Zusammenhang muss man der öffentlichen Hand daher das gleiche kurzfristige Denken zum Vorwurf machen wie das gegenüber dem privaten Sektor geschieht, denn die Haushaltsbelastungen würden insgesamt keinesfalls geringer, wenn statt der Kosten für Berufsausbildung entsprechende Transferleistungen für schulische Ausbildungsgänge und dergleichen anfallen. Diese Entwicklung wird insgesamt vermutlich weitreichende Konsequenzen haben, die über den Bereich des öffentlichen Dienstes hinausreichen. Denn es kann nicht ausbleiben, dass die Privatwirtschaft das Ausbildungsverhalten des öffentlichen Dienstes, das heisst, den Rückzug der öffentlichen Hand aus der betrieblichen Ausbildungsverantwortung, nun ihrerseits wiederum als ein Signal wertet. Diesmal allerdings mit umgekehrten Vorzeichen als bei der letzten grossen Ausbildungsplatznot in den 80er Jahren, als der öffentliche Dienst sich immerhin zu seiner Vorbildfunktion bekannte, um ähnliches ('Ausbildung über Bedarf') von den privaten Betrieben einfordern können. Paradoxerweise trägt heute der öffentliche Dienst durch sein Verhalten selbst dazu bei, die Grundlage des dualen Systems zu gefährden, indem der öffentliche Dienst als Arbeitgeber versucht, Kosten (der einzelbetrieblichen Ausbildung) einzusparen, die auf der anderen Seite - nämlich als notwendig werdender Ausgleich für den Schwund an betrieblichen Ausbildungsplätzen - wieder auf die öffentliche Hand zukommen dürften." (IAB2)