Gesellschaftliche und politische Folgen von Akademisierung
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Abstract
Der Beitrag beleuchtet Akademisierung als Trend aus gesellschaftlicher und betrieblicher Perspektive. Mit Akademisierung ist die Rekrutierung von Hochschulabsolventen für Positionen gemeint, in denen bislang Absolventen des Dualen Systems und der darauf aufbauenden Fortbildungen - zum Meister, zum Fachwirt, zum Techniker etc. - eingesetzt sind. Es wird gezeigt, dass eine massive Zunahme des Akademikeranteils an den Beschäftigten von Industrie- und Dienstleistungsunternehmen tendenziell zur Verschlechterung der Arbeits- und Entlohnungsbedingungen anderer Arbeitnehmergruppen und letztlich auch der Gruppe der Akademiker führen wird. Eine zunehmende Akademisierung der betrieblichen Belegschaften habe in der Tendenz Folgeprobleme für die betriebliche Arbeitsorganisation, für Karrieremuster bzw. Aufstiegschancen, für das Bildungsverhalten von Beschäftigten und Nachwuchskräften, für das Bildungssystem und den Arbeitsmarkt und nicht zuletzt für die Struktur der Arbeitnehmerinteressen. Die wichtigsten Veränderungstendenzen auf diesen Feldern werden in ihrem systematischen Zusammenhang skizziert. Zugleich werden mögliche Lösungsansätze für Betriebsräte und Gewerkschaften aufgezeigt. (BIBB-Doku)