Facharbeitermangel - auch ein Problem betrieblicher Personalpolitik
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Abstract
Auf der Basis von Forschungsergebnissen aus einem Projekt der Universität Göttingen analysiert der Autor die kontroverse Argumentation zum Problem des Facharbeitermangels. In dem Forschungsprojekt "Regionaler Arbeitsmarkt und betrieblicher Einsatz Jugendlicher" wurden im Vergleich dreier typischer Regionen, die regionale Arbeitsmarkt- und Ausbildungssituation Jugendlicher sowie der betriebliche Einsatz und die ihnen zugrundeliegenden Strategien der Betriebe breitflächig in den Jahren 1984/85 in den Bereichen Industrie, Handwerk und Dienstleistungen mittels Eigenempirie und Sekundärstatistiken untersucht. Im Trendreport werden im Methodenmix repräsentative arbeitstypologische Bestandsaufnahmen in drei zentralen Branchen der Bundesrepublik Deutschland durchgeführt. Die Tätigkeitstypologie erfolgt aus der Erkenntnisperspektive, Aufschluss zu geben über den Transformationsprozess der Industrie, den industrielle Arbeit durch die Technisierung der Produktion erfährt, also über den Weg zur Produktionsarbeit von der Herstellung zu Gewährleistungsarbeit. Ohne einer abschliessenden Klärung vorzugreifen, wird festgestellt, dass aufgrund der vorliegenden Daten global allenfalls begrenzt von einem Fachkräftemangel gesprochen werden kann. Engpässe scheinen sich jedoch in einzelnen Branchen und/oder Regionen abzuzeichnen. Nach den empirischen Ergebnissen haben die Unternehmen in der Vergangenheit, in den Jahren des Fachkräfteüberschusses, die aktuellen Mangelerscheinungen auf (regional abgegrenzten) Teilarbeitsmärkten zu einem guten Teil selbst verursacht. Auslöser hierfür war eine im betrieblichen Interesse sehr wohl begründete (auf unterwertigem Einsatz qualifizierter Fachkräfte) basierende Personalpolitik der Unternehmen in der damaligen Zeit. (IAB2)