Berücksichtigung informell erworbener Kompetenzen - Konzeption eines Ansatzes zur Erfassung und Anerkennung für den Ausbildungsberuf Tischler/Tischlerin
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Abstract
In den letzten Jahren hat sich auf bildungspolitischer Ebene die Absicht durchgesetzt, non-formales und informelles Lernen gleichberechtigt in den Fokus zu rücken und laut EU-Ratsbeschluss bis spätestens 2018 nationale Strategien zur Validierung informell erworbener Kompetenzen zu implementieren. Dies erfordert Instrumente, die diese Kompetenzen sichtbar machen und zu ihrer formalen Anerkennung führen können. Der Beitrag entwickelt einen Ansatz zur Validierung von informell erworbenen Kompetenzen für den Ausbildungsberuf Tischler. Dabei geht es nicht nur um bisher erworbene formale Qualifikationen, sondern darum, ob die tatsächlichen beruflichen Handlungskompetenzen einer Person für eine sachgerechte Ausübung des Tischlerberufes vorhanden sind. Ausgehened von der Abgrenzung von informellen und non-formalem Lernen wird der konzeptionelle Rahmen zur Erfassung und Anerkennung informell erworbener Kompetenzen für diesen Ausbildungsberuf dargestellt. Bei dem Validierungsansatz handelt es sich um ein anforderungsorientiertes Verfahren (Kompetenzprofil, Bestehensregeln), das ergänzt wird um entwicklungsorientierte Aspekte (Kompetenzbilanzierung). Der Ansatz mit seinen sechs Phasen geht hauptsächlich auf das Schweizer Modell der Validierung informeller Bildungsleistungen (BBT 2010) zurück, greift aber auch Aspekte von Gutschow et al (2010) auf. Die Validierung informell erworbener Kompetenzen werde insgesamt zu einer stärkeren Outputorientierung führen und die Integration informeller Lernleistungen in den DQR und damit in das Bildungssystem die aktuelle Dominanz des formalen Bildungssektors mindern und zu einem Wandel der Anerkennungskultur führen, so der Autor in seinem Ausblick. (BIBB-Doku)