Neue Dienstleistungen am Arbeitsmarkt
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Abstract
Der Beitrag gibt einen Überblick über die aktuellen Arbeitsmarktreformen und zeigt dabei Risiken und Chancen für die berufliche Aus- und Weiterbildung auf. "Eine problematische Tendenz der neuen Dienstleistungskonzepte ist die langsame Aufweichung der Berufsförmigkeit von Arbeit und die Privatisierung von gesellschaftlicher Verantwortung für Arbeit und Bildung, die sich unter dem normativen Etikett von Individualisierung und Eigenverantwortung etabliert." Die Problemlage einer widersprüchlichen Modernisierung, die notwendige und sinnvolle Reformkonzepte für kurzfristige Verwertungsziele vereinnahmt, betrifft auch die Chancen und Risiken der beruflichen Bildung. So bieten beispielsweise der Ansatz des handlungsorientierten Lernens, des lebenslangen Lernens wie auch die Lernfelddidaktik produktive Potenziale für eine Intensivierung der Theorie/Praxis-Verzahnung, der Förderung von beruflicher Handlungskompetenz und interdisziplinären und ganzheitlichen Wissensformen. Zugleich besteht das Risiko der Implementierung von didaktischen Ansätzen, die möglicherweise nicht mehr den Beruf ins Zentrum stellen, sondern Beschäftigungsfähigkeit erzeugen und damit dem Bildungsauftrag entgegenstehen, der auf eine Bildungsganzheit zielt, die bisher im Beruf ihr Zentrum und ihre Begrenzung findet. "Ziel der Berufsbildung ist es, komplexe Bildungs- und Kompetenzanforderungen vor dem Hintergrund des beruflichen und gesellschaftlichen Wandels zu fördern und mündige und handlungsfähige Subjekte zu entwickeln. Durch die Reformen sind vielfältige didaktisch- curriculare und organisatorische Veränderungen denkbar, die die alte Ganzheit des Berufs in die neue Gestalt eines individuellen Bildungsprofis bringen. Zu befürchten sind ausgeprägte Selektivität und die Entwicklung von Segmentationen, in der immer mehr soziale Schichten nur noch rudimentäre Qualifizierungsprozesse durchlaufen können." (BIBB2)