Zur Notwendigkeit einer öffentlich institutionalisierten Berufsbildung
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Weinheim
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Abstract
Der Beitrag diskutiert die Frage, wie öffentlich institutionalisierte Berufsbildung und betriebliche Einflussfaktoren zusammenwirken und welchen Einfluss sie auf die betriebliche Bildungsentscheidung ausüben. Dazu wird ein Modell zur Rekonstruktion der betrieblichen Qualifizierungsentscheidung vorgestellt, das abbilden soll, wie erstens nationale Institutionen des Berufsausbildungssystems sowie zweitens unterschiedliche betriebliche Produktionsstrategien und drittens Absatzmarktbeziehungen die betriebliche Qualifizierungsentscheidung wechselseitig beeinflussen. Nach der Darstellung des theoretischen Analyserasters werden die institutionellen Rahmenbedingungen der Berufsausbildung in den vier Ländern England, Deutschland, Frankreich und Luxemburg im Hinblick auf die aufgezeigten Einflussfaktoren vergleichend analysiert, die Bildungsstrategien von vergleichbaren Unternehmen aus diesen Ländern empirisch überprüft und abschliessend Schlussfolgerungen zum Einfluss institutionalisierter Berufsausbildungssysteme auf betriebliche Qualifizierungsstrategien abgeleitet. Als Ergebnis stellt die Verfasserin fest, dass es insgesamt deutliche Einflüsse öffentlich institutionalisierter Berufsbildung auf betriebliche Bildungsentscheidungen gibt und dass die Schaffung geeigneter Rahmenbedingungen sich unmittelbar in Wettbewerbsvorteilen niederschlagen kann. Andererseits zeige der Ländervergleich, dass auch ohne staatliche Eingriffe und Unterstützung ein Aufbau hoher Qualifikationspotentiale möglich sei. (BIBB2)