Das Duale System steht in einer Bewährungsphase
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Abstract
"Die Krise des Dualen Systems scheint bisher nicht bewältigt zu sein. Zusätzlich wird das System von einem starken Lehrstellenmangel begleitet. Um diesem Problem zu begegnen, wurde eine Fülle von Reformvorschlägen von staatlicher und betrieblicher Seite geäussert. Untersucht man die Reformvorschläge am Beispiel des Hamburger "Bündnisses für Ausbildung", so fällt auf, dass diese überwiegend wirtschaftlich motiviert sind. Sie zielen einseitig auf eine Kürzung und Verdichtung des Berufsschulunterrichts und stehen damit berufspädagogischen Interessen entgehen. Dass Kritik an der bestehenden Berufsschule von den Betrieben geübt wird, ist berechtigt. Sie muss ernst genommen werden. Dennoch halten wir den wirtschaftlich motivierten Reformansatz für berufspädagogisch verfehlt. Berufsbildung sollte an dem Berufskonzept festhalten, d.h. sie sollte fachliche als menschliche Bildung in den Mittelpunkt des Ausbildungsprozesses stellen. Eine so verstandene Berufsbildung lässt eine Reduzierung auf "das Nützliche" nicht zu. Damit beide Lernorte in einer konstruktiven Art die Krise bewältigen, ist eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen den Betrieben und der Berufsschule notwendig. Denkbar wäre die gemeinsame Konzeption und Durchführung von Weiterbildungsangeboten oder die Ausbildungsberatung der Betriebe durch die Berufsschulen. Hier dürfen die Berufsschulen ein stärkeres Selbstbewusstsein entwickeln, weil es sich für ihren Bildungsauftrag einzusetzen lohnt." (Autorenreferat, IAB-Doku)