Beruflichkeit in der Wissensgesellschaft
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Weinheim
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Abstract
Der Strukturwandel, der die Informatisierung und den Weg in die Wissensgesellschaft begleitet, verändert nicht nur die Verteilung von Wirtschaftszweigen, Berufen und Tätigkeiten, sondern zerstört auch die in der Industriegesellschaft fixierten und standardisierten Messgrössen, nach denen Beschäftigung zugeordnet und quantifiziert wird. Vor diesem Hintergrund lässt sich die These von der Auflösung der Beruflichkeit auch als Mess- und Zuordnungsproblem verstehen. Die vorhandenen Methoden und Datenlage reichen derzeit nicht aus, die Frage zu klären, ob Erwerbsarbeit auch zukünftig noch in Berufen geleistet wird oder ob neue Arbeitsstrukturen entstehen, in denen lediglich ad hoc spezifische, eng abgegrenzte Tätigkeiten geleistet werden, ohne dass eine Verdichtung in beruflichen Strukturen erfolgt. Der Beitrag betrachtet in diesem Kontext das Phänomen Beruf, Beruf als Ergebnis von Ausbildung, Dokumentation von Berufswandel, Berufswahl und Signalfunktion von Berufen. Um in der Wissensgesellschaft Erwerbsarbeit zu stabilisieren, müssen die vielfältigen und schnell veränderten Aufgaben und Tätigkeiten geordnet, bewertet und zu in sich ausgewogenen Mustern, "Berufen", zusammengefasst werden. Dabei sind segmentierende Zuordnungen nützlich, in denen jene Felder herausgestellt werden, in denen traditionell fachlich abgegrenzte Berufe dominant sind, daneben andere Felder, in denen Beruflichkeit nicht zu erreichen ist und möglicherweise durch eine unternehmensbezogene Identifikation ersetzt wird. Neben diesen Strukturbetrachtungen sollte der Zusammenhang von Berufsbildung und Beruf neu bedacht werden. (BIBB2)