Mädchen in geschlechtsuntypischen Berufen : eine quasiexperimentelle Studie zur Förderung des Interesses Jugendlicher an Naturwissenschaften und Technik¶G
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108354
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Abstract
"In den letzten Jahren wurden verschiedene Kampagnen durchgeführt, um Mädchen für naturwissenschaftlich-technische Berufe zu interessieren. Die Wirkung dieser Kampagnen war eher gering. Dies wird damit erklärt, dass mit dem Hinweis auf gute Berufschancen im naturwissenschaftlich-technischen Bereich ledigliche die evaluative (Überzeugungen und Urteile), nicht aber die affektive Komponente der Einstellung (emotionale Reaktionen oder Gefühle) von Mädchen gegenüber Naturwissenschaften und Technik beeinflusst wurde. Durch die Vermittlung positiver Erfahrungen im Umgang mit technischen Problemen sollte demgegenüber die affektive Einstellungskomponente berührt werden. In einer quasiexperimentellen Studie wurden Schülerinnen und Schülern positive Technikerfahrungen vermittelt. Erwartungsgemäss veränderten sich die evaluativen Überzeugungen und die Berufswahlabsichten der Mädchen im naturwissenschaftlich- technischen Bereich positiv; für die Jungen zeigte sich hingegen keine Wirkung der Intervention. Dies kann damit erklärt werdem, dass a) die Jungen bereits eine positive affektive Einstellung gegenüber Naturwissenschaften und Technik mitbrachten, so dass ihr subjektives Erleben durch die Vermittlung weiterer positiver Erfahrungen nicht beeinflusst wurde oder damit, dass b) mit den Interventionen, die insbesondere auf die Lernbedürfnisse von Mädchen zugeschnitten waren, den Jungen keine positiven, sondern affektiv neutrale Erfahrungen vermittelt wurden. In beiden Fällen sprechen die Ergebnisse dafür, das der naturwissenschaftliche Schulunterricht geschlechtsspezifisch gestaltet werden muss, um Mädchen und Jungen in gleicher Weise anzusprechen." (Autorenreferat)