Vom Staat zum Markt - die Fragwürdigkeit europäischer Berufsbildungspolitik im Hinblick auf die Perspektiven einer notwendigen Berufsbildungsreform in der Bundesrepublik
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129060
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Abstract
Die Bildungsminister der Europäischen Union haben sich am 14.November 2006 über den "Europäischen Qualifikationsrahmen für Lebenslanges Lernen" (EQF) verständigt. Der Autor nimmt diese Entwicklung kritisch auf und führt die in der Zeitschrift begonnene Debatte (Rauner/Grollmann) weiter. Er analysiert und bewertet die zu erwartenden Folgen für das deutsche Ausbildungssystem. Dabei stellt er dem deutschen Modell der Berufsbildung jene Elemente gegenüber, die aus EU-Perspektive berufliche Bildung kennzeichnen. "Eine "tayloristische Orientierung" der beruflichen Ausbildung erkennt er in den entsprechenden europäischen Ansätzen, die primär auf einzeln beschreibbare Kompetenzen abstellen, wie sie dann auch dem Europäischen Qualifikationsrahmen zugrunde liegen und sich im System europaweit in der beruflichen Bildung zu vergebender Kreditpunkte abbilden sollen. Diese Ansätze, im Zweifel auch "brachial" durchzusetzen wäre das Ziel europäischer Berufsbildungspolitik. Es als teures, trotz Marktorientierung hoch bürokratisches und für die Arbeitskultur desaströses Monstrum rundweg zu verwerfen ist Greinerts bildungspolitische Forderung, zumal wegen der Umsetzung in nationale Instrumente weitere unabsehbare Folgen auf die deutsche Berufsbildung zukämen. Nicht die europäische Entwicklung, sondern die Stabilisierung des deutschen berufsbildenden Ausbildungssystems müsse im Vordergrund der deutschen Berufsbildungspolitik stehen." (Hrsg./BIBB2)