Beruflich-fachliche Referenzrahmen : Ein Instrument für Studienreform und Qualitätssicherung?
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"Eine der zentralen Intentionen des Leitbilds "Erweiterte moderne Beruflichkeit" der IG Metall ist es, "Beruflichkeit" auch zu einem Bezugspunkt hochschulischer Bildungsprozesse zu machen. Was heißt das konkret? Das Leitbild zielt auf zwei Prozesse. Versteht man Beruflichkeit als "Bildungskonzept", so kann man sich einen gegenseitigen Lernprozess zwischen beruflicher und hochschulischer Bildung vorstellen. Auf Seiten der Hochschule ist dann zu fragen, welche Prinzipien beruflichen Lernens für die Hochschule taugen und welche Prozesse notwendig sind, um zu einer Veränderung der Studiengangkonzepte in diesem Sinne zu gelangen. In Richtung der dualen Ausbildungsberufe wäre zu fragen, wie Prinzipien der Wissenschaftsorientierung z.B. über Methoden des Forschenden Lernens verstärkt in betrieblich-duale Lernprozesse einfließen können. Versteht man Beruflichkeit als "Politikkonzept", so ist im Kern zu fragen, ob es mit dem Berufsbildungssystem vergleichbare Beteiligungs- und Konsensprozesse zwischen Wissenschaft, Arbeitswelt und Gesellschaft auch im Hochschulbereich gibt, über die ein Verständnis darüber zu erzielen ist, in welche Berufsfelder bestimmte Studiengänge münden und welche beruflichen und fachlichen Kompetenzen in diesen Studiengängen zu vermitteln sind. Dabei ist zu berücksichtigen, dass anders als im Berufsbildungsgesetz und dem dort ausformulierten Instrument der Ausbildungsordnung in den Hochschulen auf der Basis der Balance von Artikel 5 (Freiheit der Wissenschaften) und Artikel 12 (Berufswahlfreiheit) geeignete Instrumente erst noch zu finden sind. Vier Fragen stehen hierbei im Vordergrund: Was sind beruflich-fachliche Referenzrahmen und wie sind sie verbreitet? Können sie einen Beitrag zur Studienreform im Sinne der Berufsorientierung von Studium leisten? Welche Anforderungen sind an beruflich-fachliche Referenzrahmen zu stellen, damit sie diesen Beitrag auch tatsächlich leisten können? Wer sind die Akteure, die den Anspruch an notwendiger Konsensbildung zwischen Hochschule und Arbeitswelt gewährleisten können?" (Textauszug; BIBB-Doku)
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