Ist der Bildungserfolg bzw. -misserfolg eine Geschlechterfrage?
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128813
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Abstract
"Die Autorin untersucht in ihrem Beitrag die Frage, inwieweit die Zuordnung der semantischen Felder Erfolg bzw. Misserfolg aufgrund statistischer Signifikanzen das Verhältnis "Gender und Bildung" adäquat ausleuchten. Die Rekonstruktion des wissenschaftskritischen und des erziehungswissenschaftlichen Diskurses der letzten Jahrzehnte weist die unterschiedlichen Facetten der Bildungsbenachteiligung des weiblichen Geschlechts nach. Die erfolgten bildungspolitischen Interventionen, exemplarisch am Fall Schweiz dargestellt, beabsichtigen unter dem Fokus der Chancengleichheit diese Zurücksetzung aufzuheben. Zu welchen Ergebnissen diese Auseinandersetzungen führten, wird zum einen anhand statistischer Übersichten und Analysen der OECD-Daten und zum anderen anhand nationaler Bildungsstatistiken aufgezeigt. Die in den Industrieländern konstatierten besseren Leistungen der Mädchen während der obligatorischen Schulzeit sowie ihre wachsende Bildungsbeteiligung im nachobligatorischen Bildungsbereich werden als Gewinnindikatoren gewertet. Spätestens jedoch während der nachobligatorischen Schulzeit, in der Berufsausbildung, beim Eindringen in den Arbeitsmarkt und mit der Familiengründung beschreiten die Geschlechter unterschiedliche Wege. Inwiefern der Bildungserfolg bzw. -misserfolg als Geschlechterfrage verstanden werden kann, wird mit Blick auf den gesamten Bildungsbereich relativiert und damit die Komplexität des Verhältnisses von Gender und Bildung, die mit statistischen Signifikanzen und polarisierenden Zuordnungen nicht erfasst werden kann, betont." (Hrsg.)