Das berufsorientierte Abitur in Frankreich: ein Raum, der Jugendlichen vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten bietet
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Abstract
Das hierarchisch strukturierte Sekundarschulbildungssystem in Frankreich hat sich durch die Einführung des berufsorientierten Abiturs (baccalauréat professionnell) verändert. Diese Abiturform soll Schülern, die im allgemeinbildenden Schulzweig gescheitert sind, das Fortsetzen oder das Nachholen ihrer Ausbildung auf einem sozial angeseheneren Bildungsweg ermöglichen. Bietet dieser Abschluss den Schülern heute, rund zwanzig Jahre nach seiner Einführung, die Chance, sich ihren eigenen Bildungsweg zu gestalten? Hat das berufsorientierte Abitur die gesellschaftliche Wahrnehmung der beruflichen Bildung verändert? Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass dieser Bildungsweg den Schülern Raum und Zeit für vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten bietet: vom Versagen zum Erfolg, von geringem Selbstwertgefühl zum Selbstvertrauen, von der Abhängigkeit zur Selbstständigkeit, von der Schule zum Erwerbsleben. Mit Hilfe von Fallstudien wurden die verschiedenen Entwicklungsprozesse während dieses Ausbildungsganges mittels Gruppeninterviews untersucht. Im Rahmen der Studie sollte ermittelt werden, wie die Berufsbildung von verschiedenen sozialen Akteuren (Lernenden, Akteuren aus der Wirtschaft, Lehrern/Ausbildern) wahrgenommen wird. Der Beitrag stellt die Daten der Lernendengruppe vor. (BIBB2)