Gewissenhaftigkeit und Ausbildungserfolg : wie Fleiß, Ordnung und Selbstwirksamkeitsüberzeugungen IHK-Noten beeinflussen

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Hamburg

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"Ein zentrales Interesse der Arbeits- und Organisationspsychologie ist eine möglichst genaue Vorhersage von Arbeitsleistung mittels wissenschaftlich entwickelter und validierter Testver-fahren sowie die Entwicklung von Theorien hierzu. Auch in der pädagogischen Psychologie ist die Vorhersage von Schulerfolg sowie das Verhindern akademischen Misserfolgs ein zentrales Anliegen der Forschung. Eine Kombination der beiden Forschungsrichtungen bildet die Erforschung des dualen Ausbildungssystems, das in dieser Form in Deutschland, Österreich und der Schweiz existiert. Dieser Bereich ist im Hinblick auf die Tatsache, dass rund die Hälfte der deutschen Bevölkerung über 15 Jahren einen beruflichen Abschluss besitzt, den sie durch eine Lehre bzw. eine Berufsausbildung im dualen System erworben hat (Statistisches Bundesamt, 2011), gesamtwirtschaftlich gesehen sehr bedeutend. Mehr als 50 % der Auszubildenden verbleiben nach dem erfolgreichen Abschluss ihrer Berufsausbildung in dem von ihnen erlernten Beruf. Allerdings gibt es bezüglich der Leistungs- und Erfolgsvorhersage von Auszubildenden in Deutschland vergleichsweise wenige Forschungsaktivitäten. Bislang existiert kein Vorhersagemodell, das die Zusammenhänge von Ausbildungserfolg mit verschiedensten Prädiktoren in Verbindung bringt und weitere Einflussvariablen mit berücksichtigt (Dudley, Orvis, Lebiecki & Cortina, 2006). Schmidt und Hunter (1998) empfahlen in ihrer Metaanalyse für die Auswahl von Mitarbeitern ohne Berufserfahrung Testverfahren zur Erfassung allgemeiner kognitiver Fähigkeiten zur Vorhersage von Berufserfolg zu verwenden. Kombiniert mit Integritätstests, strukturierten Interviews sowie Gewissenhaftigkeitsmaßen würden diese die Leistung am besten vorhersagen. Leider wird dies in der Praxis nicht so gehandhabt, da viele Praktiker dazu tendieren, Verfahren anzuwenden, die weniger valide sind und die Forschungsergebnisse regelmäßig ignorieren (König, Klehe, Berchtold & Kleinmann, 2010; Schuler, Hell, Trapmann, Schaar & Borarmir, 2007). Diese Arbeit zur Vorhersage von Ausbildungserfolg verfolgt das Ziel, eine arbeitsbezogene Gewissenhaftigkeitsskala gemäß der geltenden Gütekriterien der Klassischen Testtheorie umfassend zu evaluieren, diese mit einem allgemeinen, häufig in der Eignungsdiagnostik verwendeten Gewissenhaftigkeitsmaß zu vergleichen und ein komplexeres Modell zur Vorhersage von IHK-Noten zu überprüfen, das u.a. das Selbstwirksamkeitskonstrukt (Bandura, 1977) als weiteren Prädiktor bzw. beeinflussende Variable mit berücksichtigt." (Textauszug, BIBB-Doku)

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