Weiterbildungsteilnahme und Altern
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Abstract
Im deutschsprachigen Raum liegen zahlreiche Befunde statistischer Untersuchungen vor, die so interpretiert wurden, als behindere ein höheres Alter allgemein die Bereitschaft oder die Fähigkeit zu lernen.Wie aber passen dazu die erfolgreiche Einrichtung von Seniorenstudiengängen oder der Versuch, die Älteren als Zielgruppe für die Volkshochschulen zu entdecken? Sind Ältere aus Altersgründen größtenteils gar nicht am Lernen interessiert und deshalb keine bedeutende Zielgruppe in der Erwachsenenbildung? Der Beitrag plädiert für ein differenzierteres Vorgehen bei der altersabhängigen Interpretation von Weiterbildungsquoten. Anhand von Untersuchungen zur Teilnahme an beruflicher Weiterbildung läßt sich folgern, daß die festgestellte lebensaltersabhängige Abnahme der Weiterbildungsbeteiligung nicht kausal interpretiert werden darf. Will man Effekte des Alterns im Hinblick auf die Weiterbildungsbeteiligung feststellen, so müssen wenigstens ansatzweise vergleichbare Gruppen Jüngeren und Älteren gegenübergestellt werden. Die Befunde zeigen, daß die beobachtete Weiterbildungsabstinenz Älterer nicht auf das Altern, sondern darauf zurückzuführen ist, daß es bislang sehr viel mehr Ältere mit vergleichsweise niedriger formaler Qualifikation gab. In der Zukunft wird der Anteil Älterer auch in den Einrichtungen der allgemeinen Erwachsenenbildung steigen. Die Volkshochschulen müssen sich auf diese Entwicklung vorbereiten. (BIBB2)